Politik : Prozess gegen Kongos Ex-Vize vor UN-Tribunal

Den Haag - Zwei Jahre nach seiner Verhaftung steht der einstige Rebellenchef und Ex-Vizepräsident Kongos, Jean- Pierre Bemba, seit Montag als mutmaßlicher Kriegsverbrecher vor Gericht. Der 48-Jährige muss sich in Den Haag vor dem Internationalen Strafgerichtshof für Massenvergewaltigungen, Massaker und Plünderungen verantworten, die Kämpfer seiner Miliztruppe 2002 und 2003 in der Zentralafrikanischen Republik begangen haben. Damit zieht das „Weltstrafgericht“ zum ersten Mal einen Befehlshaber für Gräueltaten seiner Unterstellten zur Rechenschaft, an denen er nicht unmittelbar beteiligt war. Eine Verurteilung Bembas wäre „ein starkes Signal“ an Kommandierende in militärischen Konflikten, dass sie für derartige Verbrechen ihrer Truppen bestraft werden, sagte Chefankläger Luis Moreno-Ocampo.

Bemba ist der bislang ranghöchste Angeklagte vor dem Strafgerichtshof, der von 114 Staaten unterstützt wird. Dem Angeklagten werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Die Verteidigung erklärte, Bemba trage keine Schuld, da seine Miliz an die zentralafrikanische Regierung zur Niederschlagung eines Aufstandes „ausgeliehen“ gewesen sei und unter deren Befehl gestanden habe. dpa

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