Politik : Prozess gegen Muslimbrüder geplatzt

Kairo - Der Prozess gegen die Führungsriege der Muslimbrüder in Ägypten wegen Anstiftung zum Mord ist vorerst gescheitert. Das Gericht in Kairo legte den Fall gegen Mohammed Badie, dem Anführer der Bewegung, und 35 weiteren Spitzenfunktionären am Dienstag überraschend nieder. Die Richter erklärten sich für befangen, ohne dies weiter zu erläutern. Beobachter vermuten politischen Druck als Ursache. Den Prozess muss nun eine andere Kammer des Strafgerichts verhandeln. Ein Termin dafür steht jedoch noch nicht fest.

Die Anklage wirft Badie, seinen Stellvertretern Chairat al Schater und Mohammed Raschad Bajumi sowie 33 weiteren Führern der inzwischen verbotenen Islamisten-Organisation Anstiftung zum Mord vor. Neun Menschen waren im Juni vor dem Hauptquartier der Muslimbrüder in Kairo von Sicherheitsleuten der Organisation getötet worden, als sie dort demonstriert hatten. Die Hauptangeklagten waren dem Gericht aus „Sicherheitsgründen“ nicht vorgeführt worden. Seit der Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär am 3. Juli ist praktisch die gesamte Führung der Muslimbruderschaft verhaftet worden. Am Montag soll das Strafverfahren gegen Mursi beginnen. Er sieht sich mit einer ähnlichen Anklage konfrontiert wie die Führer der Bruderschaft. dpa

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