Prozess gegen Punk-Musikerinnen : Putin gegen harte Bestrafung von Pussy-Riot-Mitgliedern

03.08.2012 07:53 Uhr
Putin zu Besuch in London bei den Olympischen Spielen. Foto: dapd
Putin zu Besuch in London bei den Olympischen Spielen. - Foto: dapd

Die seit Monaten inhaftierten jungen Frauen haben laut dem russischen Präsidenten ihre Lektion bereits gelernt. Zahlreiche britische Musiker fordern die Freilassung der Punk-Musikerinnen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die wegen Rowdytums angeklagten Mitglieder der Punkband Pussy Riot kritisiert, sich zugleich aber für eine milde Strafe ausgesprochen.

„Ich denke, das Urteil sollte nicht zu hart ausfallen“, sagte der Staatschef laut russischen Nachrichtenagenturen am Donnerstagabend während eines Besuchs in London. Die drei jungen Frauen hätten ihre Lektion bereits gelernt.

Den Punk-Rockerinnen wird vorgeworfen, Ende Februar die orthodoxe Christ-Erlöser-Kathedrale gestürmt und Putin von der Kanzel herab verunglimpft zu haben. Ihnen drohen wegen Randalierens bis zu sieben Jahre Haft. Das vorgehen der russischen Behörden, insbesondere die seit Monaten andauernde Inhaftierung der Frauen, ist international scharf kritisiert worden.

Die Aktion der Punk-Rockerinnen „war nicht gut“, sagte Putin. Es hätte ihnen dafür eine wesentlich härtere Strafe gedroht, hätten sie diese an einem heiligen Ort in Israel dargeboten - sogar die Todesstrafe, wenn sie im nördlichen Kaukasus Russlands an einem muslimischen Ort aufgetreten wären. „Wenn sie irgendeinen heiligen muslimischen Ort damit entweiht hätten, wäre uns nicht einmal die Zeit geblieben, sie festzunehmen“, sagte Putin weiter.

Pussy Riot - Frauenaufstand gegen Putin. Eine Bildergalerie:

Ebenfalls am Donnerstag hatten zahlreiche britische Rockstars Russland zu einer Einstellung des Prozesses gegen die drei Frauen der Band Pussy Riot aufgerufen. Pete Townshend von der Gruppe The Who, Pulp-Sänger Jarvis Cocker und Neil Tennant von den Pet Shop Boys veröffentlichten in der Zeitung „The Times“ einen offenen Brief. Darin forderten sie die Freilassung der Frauen, die sich seit vier Monaten in Untersuchungshaft befinden.

Der Auftritt der Frauen in der wichtigsten Moskauer Kathedrale sei eine legitime Protestaktion gewesen, schrieben die Musiker. Der Brief erschien während des Aufenthalts Putins in London. Das russische Staatsoberhaupt war nach London gereist, um den britischen Premierminister David Cameron treffen und die Olympischen Spiele zu besuchen. (dapd)

Video: Bombendrohung bei "Pussy-Riot"-Prozess

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