Prozess : Holocaust-Leugner Rudolf muss erneut vor Gericht

Dem Landgericht Mannheim steht ein weiterer Prozess gegen einen Holocaust-Leugner bevor. Ab Dienstag muss sich der Chemiker Germar Rudolf unter anderem wegen Volksverhetzung verantworten.

Mannheim - Dem einschlägig vorbestraften 42-Jährigen wird vorgeworfen, seit 1997 in Schriften und über das Internet weltweit rechtsextreme und volksverhetzende Thesen verbreitet zu haben. Rudolf war bereits 1995 vom Landgericht Stuttgart wegen Volksverhetzung und Beleidigung zu 14 Monaten Haft verurteilt worden, weil er den Massenmord an den Juden durch die Nationalsozialisten geleugnet hatte. Er floh jedoch noch vor Haftantritt und lebte zuletzt in den USA. Im November 2005 wurde er nach Deutschland abgeschoben und inhaftiert.

In der neuen Anklage vom April 2006 wird Rudolf neben Volksverhetzung auch Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener vorgeworfen. Mit ihm angeklagt wurde der Belgier Siegfried Verbeke, dessen Verfahren nach Angaben einer Gerichtssprecherin aber abgetrennt wurde.

Verteidiger gilt als Neonazi-Anwalt

Vor dem Landgericht Mannheim muss sich seit Februar auch der Holocaust-Leugner Ernst Zündel verantworten. Er soll von Kanada und den USA aus die Auschwitz-Lüge verbreitet haben. Sowohl Zündel als auch Rudolf werden von Jürgen Rieger verteidigt, der als Neonazi-Anwalt gilt und mit Plänen für ein rechtsextremistisches Schulungszentrum im norddeutschen Delmenhorst für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Zu den weiteren Verteidigern von Rudolf wird dem Gericht zufolge auch eine Anwältin gehören, die wegen unzulässigen Verhaltens vom Zündel-Prozess ausgeschlossen worden war. Sie hatte in dem Verfahren mit rechtsextremistischen Äußerungen mehrere Eklats ausgelöst. (tso/ddp)

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