"Psycho-Krieg" : Sudan weist UN-Sondergesandten aus

Die UN und deren Sondergesandter Jan Pronk sind im Sudan nicht mehr erwünscht; der Diplomat wurde nun zur Ausreise aufgefordert. Er hatte über eine Niederlage der sudanesischen Armee im Norden des Landes berichtet.

Khartum/New York - Die sudanesische Regierung hat am Sonntag die Ausweisung des UN-Sondergesandten Jan Pronk angeordnet. Das Außenministerium habe Pronk 72 Stunden gegeben, um das Land zu verlassen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Suna. Am Freitag hatte die Regierung in Khartum Pronk scharf wegen dessen Berichten über Rückschläge für die sudanesische Armee in der Krisenregion Darfur im Westen des Landes kritisiert. Die Vereinten Nationen bestätigten, dass Pronk zur Ausreise aufgefordert wurde.

Die sudanesische Armee hatte die Regierung aufgefordert, Pronk zur unerwünschten Person zu erklären. Der UN-Gesandte führe einen "Psycho-Krieg" gegen die Truppen, indem er falsche Informationen streue, hieß es.

Pronk zu Annan nach New York einbestellt

UN-Generalsekretär Kofi Annan habe am Sonntagmorgen ein Schreiben der sudanesischen Regierung erhalten, indem er zur Abberufung Pronks aus dem Sudan aufgefordert werde, erklärte Annans Sprecher Stephane Dujarric. Annan habe Pronk unterdessen zu Konsultationen nach New York einbestellt.

Die Uno und die sudanesische Regierung ringen seit Monaten um den Einsatz von UN-Soldaten in Darfur, wo sich seit Februar 2003 regierungsnahe Milizen und Rebellenorganisationen bekämpfen. Die Uno will in der Region eine eigene Truppe stationieren, die an die Stelle der derzeit eingesetzten Soldaten der Afrikanischen Union (AU) treten soll. Die Regierung in Khartum lehnt das mit der Begründung ab, der Westen wolle das Land besetzen. (tso/AFP)

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