Politik : Putin beruft Botschafter ab

Krylow verlässt Berlin / Posten in der neuen Regierung?

Claudia von Salzen

Berlin. Russlands Präsident Wladimir Putin holt den russischen Botschafter in Deutschland, Sergej Krylow, zurück nach Moskau. Das bestätigte die russische Botschaft in Berlin am Freitag. Als Grund für die Abberufung hatte Putin am Donnerstag angegeben, Krylow würde eine „andere Arbeit“ erhalten. In Moskau wurde spekuliert, dieser Schritt könnte in Zusammenhang mit der Bildung einer neuen Regierung stehen. Nach einem Bericht der Zeitung „Iswestija“, die über gute Kontakte in den Kreml verfügt, wird der 54-Jährige schon lange als möglicher Außenminister oder zumindest Vizeaußenminister gehandelt.

Dagegen hieß es in der russischen Botschaft in Berlin, der Wechsel sei „schon längst geplant“. Wer Krylows Nachfolger werden soll und wann dieser das Amt antritt, wurde allerdings noch nicht bekannt. Krylow war im September 1997 von Präsident Boris Jelzin zum Botschafter in Deutschland ernannt worden. Von 1993 bis 1997 war er Vizeaußenminister und befasste sich mit den Beziehungen zu den europäischen Staaten.

Putin hatte am Dienstag Premierminister Michail Kasjanow und die gesamte Regierung entlassen. Einen Nachfolger muss er noch vor der Präsidentenwahl am 14. März benennen. Der Präsident werde den Kandidaten bereits am Sonntagabend präsentieren, sagte der stellvertretende Parlamentsvorsitzende Alexander Schukow am Freitag nach einem Treffen mit Putin. Das Parlament könne dann bereits am kommenden Mittwoch abstimmen.

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