Politik : Putin-Gegner in Tomsk festgenommen

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Moskau - Im sibirischen Tomsk sind im Verlauf des deutsch-russischen Gipfels am Donnerstag Jugendliche, die gegen Präsident Wladimir Putin protestierten, festgenommen worden. Wie am Freitag bekannt wurde, hatten sie vor dem Gebäude, in dem die Pressekonferenz von Putin und Kanzlerin Angela Merkel stattfand, Parolen wie „Russland ohne Putin“ skandiert und versucht, Flugblätter gleichen Inhalts zu verteilen.

Alle Teilnehmer der Aktion seien festgenommen worden, berichtete der russische Dienst des US-Senders Radio Liberty (RFL), der einen der Demonstranten, Kyrill Ananjew, telefonisch interviewte. Ananjew zufolge habe keiner der Wartenden gewagt, die Flugblätter aufzuheben. Reporter, die den Vorfall fotografiert hatten, seien von Geheimdienstmitarbeitern in Zivil nach Abfahrt von Kanzlerin und Kremlchef aufgefordert worden, die Bilder aus dem Speicher ihrer Digitalkameras zu löschen.

Er und seine Kameraden, sagte Ananjew, seien stundenlang auf einer Polizeiwache festgehalten und von Geheimdienstmitarbeitern verhört worden. Als er sich weigerte, Fragen zu beantworten, habe man ihm mit „Problemen“ gedroht. Am selben Abend hätten fünf Maskierte ihn und zwei Freunde verprügelt und ihnen gedroht. Alle drei würden sich jetzt in Tomsker Privatwohnungen verstecken. Sie fürchteten um ihr Leben. Geheimdienst und Polizei in Tomsk wollten dem Sender nichts zu dem Vorfall sagen. win

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