Politik : Putin sagt Nein zum Klimaschutzprotokoll

Russischer Präsident nennt Abkommen diskriminierend

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Moskau (dpa). Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich offenbar entschlossen, das KyotoKlimaschutzprotokoll abzulehnen. Putin habe den Entschluss in Gesprächen mit Industriellen bekräftigt, sagte sein Wirtschaftsberater Andrej Illarionow. Russland erachte das Abkommen als diskriminierend. „Länder, die keine Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll übernommen haben, emittieren 70 Prozent aller Treibhausgase, während auf Russland nur sechs Prozent entfallen“, sagte er. Russland werde erst dann zustimmen, wenn auch Länder wie die USA, China, Südkorea, Singapur, Indien, Brasilien, Mexiko und Argentinien ihre Emissionen reduzierten.

Illarionow wies Äußerungen des russischen Vizewirtschaftsministers Muchamed Zikanow vom Mittwoch zurück, die russische Regierung komme der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls näher. „Zikanow hat sich geirrt. Seine Äußerung bezog sich auf August 2003, heute ist Dezember“, sagte Illarionow.

Im Kyoto-Protokoll von 1997 wurden nur den Industriestaaten Reduktionsverpflichtungen auferlegt. Länder wie China oder Indien, die pro Kopf wesentlich weniger Treibhausgase produzieren als Amerikaner und Westeuropäer, erhielten keine solchen Verpflichtungen. Die USA hatten sich bereits 2001 vom Kyoto-Abkommen verabschiedet.

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