Politik : Putin sieht „nuklearen Konflikt“ durch US-Raketenabwehr

Hamburg - Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Pläne Washingtons für ein globales Raketenabwehrsystem scharf zurückgewiesen. „Hier soll ein Schutzwall geschaffen werden gegen etwas, was gar nicht existiert“, sagte Putin dem Magazin „Spiegel“. Durch die Pläne der US-Regierung werde Moskau „gezwungen zu reagieren“. Durch Amerikas Vorgehen werde „die Möglichkeit zur Entfesselung eines nuklearen Konflikts sogar größer“, warnte Putin. „Die strategische Balance in der Welt wird gestört.“

Der Beauftragte der US-Regierung für die Raketenabwehr bot Moskau an, das amerikanische System auch in Russland zu stationieren. Somit könne sich auch Russland vor möglichen iranischen Atomraketen schützen, sagte Henry Obering, Beauftragter der Bush-Regierung für das Projekt, dem „Spiegel“. „Ich glaube, dass es außerordentlich sinnvoll wäre, amerikanische und russische Technologie zu kombinieren. Wenn wir uns mit Russland zusammentäten und gemeinsame Abwehrsysteme aufstellten, die im Grunde diese Waffen unbrauchbar machen würden, wäre das ein perfektes Zielkonzept.“ Der Drei- Sterne-General wies den Einwand zurück, die USA seien auf das Raketenabwehrsystem nicht angewiesen, weil sie über eine ausreichende atomare Abschreckungsfähigkeit verfügten. dpa

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