Politik : Putin und Juschtschenko versuchen Neuanfang

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Kiew Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach seiner politischen Niederlage im ukrainischen Wahlkampf erstmals wieder Kiew besucht. Beim Treffen mit Präsident Viktor Juschtschenko am Samstag trat Putin für eine Fortsetzung der engen russisch-ukrainischen Beziehungen ein. „Wir dürfen nicht hinter die erreichte Qualität der Beziehungen zurückfallen“, sagte er. Auch Juschtschenko betonte, zwischen Russland und der Ukraine bestehe „eine alte strategische Partnerschaft“. Die beiden Präsidenten setzten eine von ihnen gemeinsam geleitete Kommission ein, die sich mit Fragen von Sicherheit, Außenpolitik, Wirtschaft und humanitären Fragen befassen solle, teilte Juschtschenko mit.

Moskau hatte sich 2004 massiv in den ukrainischen Wahlkampf eingemischt, um den pro-russischen Premier Viktor Janukowitsch als Nachfolger von Staatschef Leonid Kutschma durchzusetzen. Der Protest gegen Wahlfälschungen brachte jedoch Oppositionsführer Juschtschenko an die Macht, der in Moskau wegen seiner prowestlichen Haltung in Verruf stand.

Putin forderte Kiew zur Zusammenarbeit in der noch unter Kutschma vereinbarten Wirtschaftszone mit Russland, Weißrussland und Kasachstan (EEP) auf. Juschtschenko will in dem Wirtschaftspakt nur soweit mitarbeiten, wie es der beabsichtigten Integration in die EU nicht zuwiderläuft. „Die Vorstellung trügt, dass die EEP in die eine Richtung geht, die EU in die andere“, sagte Putin bei einem Treffen mit der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko. dpa

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