Putin zur Ukraine-Krise : "Ein apokalyptisches Szenario ist unwahrscheinlich"

Russlands Präsident Wladimir Putin rechnet mit einer Normalisierung der Lage in der Ostukraine und glaubt nicht an einen Krieg. Dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko stellt Putin in einem TV-Interview Bedingungen.

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einer Sitzung am 13. Februar 2015
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einer Sitzung am 13. Februar 2015Foto: Reuters/Alexei Nikolsky/RIA Novosti/Kremlin

Der russische Präsident Wladimir Putin sieht mehr als eine Woche nach den Ukraine-Friedensgesprächen in Minsk eine Chance für eine Normalisierung der Lage im Kriegsgebiet Donbass. „Wenn das Minsker Abkommen für eine Lösung des Konflikts in der Ostukraine erfüllt wird, dann bin ich überzeugt, dass die Situation sich schrittweise normalisiert“, sagte Putin. Russland sei wie Europa nicht an Krieg interessiert, sagte der Präsident nach Angaben des Kreml am Montag in einem Interview des Staatsfernsehens.

„Ich denke, ein solch apokalyptisches Szenario ist unwahrscheinlich - und hoffe, dass es dazu nicht kommt“, sagte Putin. Demnach sieht er auch Anzeichen dafür, dass durch die jüngsten Verhandlungen in Minsk allmählich wieder Vertrauen zwischen Russland, Deutschland und Frankreich entstehen kann. In der weißrussischen Hauptstadt war am 12. Februar ein Friedensplan für den Donbass verabschiedet worden.

Klare Worte an Poroschenko

Seinen ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko forderte Putin auf, mit der Ostukraine auf „zivilisierte Weise“ ein Verhältnis aufzubauen und die Rechte und Interessen der Menschen im Donbass zu schützen. Zugleich warnte er vor „revanchistischen“ Versuchen, die vor einem Jahr von Russland einverleibte Schwarzmeerhalbinsel Krim zurückzuerobern.

Poroschenko hatte zuvor angekündigt, das seit März von Russland „okkupierte Gebiet“ wieder unter ukrainische Kontrolle zu bringen. Der Westen hatte die Annexion als Völkerrechtsbruch kritisiert und Russland deshalb mit Sanktionen belegt.

Putin: Russland nicht an Gewalt auf Maidan beteiligt

Putin kritisierte zudem Aussagen Poroschenkos, der Kreml selbst habe vor einem Jahr die Gewaltexzesse bei den proeuropäischen Protesten auf dem Maidan in Kiew ausgelöst. „Ich wundere mich manchmal einfach nur etwas über die öffentlichen Äußerungen der Führung der Ukraine“, sagte Putin. Poroschenko hatte behauptet, Putins Berater Wladislaw Surkow habe in Kiew Scharfschützen kommandiert, um auf Demonstranten schießen und die Lage dort eskalieren zu lassen.

„Das ist absoluter, völliger Blödsinn, derart weit weg von der Wirklichkeit, dass du dich nur wundern kannst, woher so etwas kommt“, meinte Putin. Er forderte seinen ukrainischen Kollegen auf, sich Vorlagen seiner Geheimdienste etwas genauer anzuschauen. (dpa, Reuters)

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