Politik : Qualität in Kliniken verbessert

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Berlin - Die Behandlungsqualität an deutschen Krankenhäusern hat sich nach Ansicht des Gemeinsamen Bundesausschusses verbessert. Das belege der Qualitätsreport 2005 der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) in Düsseldorf, sagte der Vorsitzende des Ausschusses, Jürgen-Michael Polonius, am Mittwoch in Berlin. Grundlage für den Report sind die Daten von 2,6 Millionen Behandelten aus 1700 Kliniken, das sind 16 Prozent aller Krankenhauspatienten. Darunter habe es 6500 negative Auffälligkeiten gegeben, etwa eine zu hohe Sterblichkeit bei bestimmten Behandlungen oder ungenügende Beweglichkeit nach Implantation einer Knieprothese. Nur zehn Prozent davon seien wirkliche Mängel, sagt BQS-Geschäftsführer Volker D. Mohr. Bei den übrigen handele es sich zum Beispiel um falsch dokumentierte Fälle.

In welchen Kliniken diese Mängel bestehen, kann man allerdings dem Qualitätsreport nicht entnehmen. Die Auswertung erfolgt anonymisiert. So will es der Gesetzgeber. Man setzt auf den vertraulichen Dialog von Experten mit den Häusern, um so die Behandlungsqualität zu verbessern. Doch der Druck, diese Daten auch gegenüber den Patienten offenzulegen, wächst. Für den im Mai erschienenen Klinikführer von Tagesspiegel und Gesundheitsstadt Berlin stellten fast alle Berliner Krankenhäuser ihre 2004er BQS-Daten freiwillig zur Verfügung – ein ähnliches Projekt gibt es bundesweit bisher nur noch im Rhein-Ruhr-Gebiet. Und auch die jetzt veröffentlichten 2005er Daten werden Grundlage sein für die Fortsetzung des Klinikführers Berlin, der noch in diesem Jahr erscheinen soll. I.B.

Der BQS-Bericht im Internet:

www.bqs-qualitaetsreport.de

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