Politik : Radikale in Pakistan beenden Waffenstillstand mit Islamabad

Berlin - Radikale Kämpfer aus Pakistans sogenannten Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan haben ein erst im vergangenen September mit Islamabad abgeschlossenes Abkommen über einen Waffenstillstand aufgekündigt. Die BBC zitierte am Sonntag aus Flugblättern, die in Miranshah, der Hauptstadt der Region Nordwaziristan, verteilt wurden. „Wir beenden das Abkommen heute“, verkündet darin der Oberste Rat der Provinz. Die Regierung habe sich nicht an die Vereinbarungen gehalten.

Die Region gilt als Rückzugsgebiet der Taliban in Pakistan. Die Armee hatte seit ihrer Frühjahrsoffensive 2004 in Waziristan die Infiltration von und nach Afghanistan aber nicht stoppen können. In dem Abkommen verpflichteten sich die Stämme dann zu friedlichem Verhalten, wenn sich das Militär zurückziehe.

Die Aufkündigung dürfte mehrere Gründe haben. Schon vor dem Sturm auf die Rote Moschee in Islamabad vergangene Woche, deren Studenten zu 80 Prozent aus den Stammesgebieten kommen sollen, hatte Musharraf ein schärferes Vorgehen gegen Islamisten in der Grenzregion angekündigt und mit Militär- sowie Regierungsmitgliedern über Schritte gegen die „Talibanisierung“ beraten. Seit dem Sturm auf die Moschee hat die Armee auch mit der Verlegung von mehr Truppen ins Grenzgebiet begonnen. Dort und in der Nordwest-Grenzprovinz ereigneten sich am Wochenende mehrere Anschläge, bei denen mehr als 70 Menschen getötet wurden. cir

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