Politik : Radioaktiv verseuchte Luft durch Ventilator freigesetzt

Noch elf Tage nach dem schweren Atomunfall in Japan ist durch einen Ventilator in der Unglücksfabrik Tokaimura radioaktiv verseuchte Luft ins Freie gelangt. Das berichteten japanische Zeitungen am Dienstag. Sowohl die staatliche Atomaufsicht als auch die örtlichen Behörden hätten es versäumt, den Ventilator abzustellen. Laut der Betreiberfirma JCO seien die kurz nach dem Unfall in der Umgebung gemessenen Strahlenwerte so niedrig gewesen, dass man dies zunächst nicht für nötig gehalten habe.

Eine Woche nach dem Unfall habe man in einem Lüftungsrohr der Fabrik erhöhte Konzentrationen an Radioaktivität gemessen, doch erst elf Tage nach dem Unfall seien vorsichtshalber der Luftabzug sowie Fenster und Türen der Anlage abgedicht worden. Nach Angaben des Betreibers habe aber keine Gefahr für die Gesundheit der Menschen bestanden. Bei dem schwersten Atomunfall in der japanischen Geschichte waren nach offiziellen Angaben 49 Menschen radioaktiv verstrahlt worden, zwei Arbeiter schweben weiter in Lebensgefahr.

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