Politik : Rätsel über Rätsel

Robert Birnbaum

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Was die Universität Bremen dazu bewogen hat, uns in den Verteiler für ihr Monatsmagazin „Highlights“ zu nehmen, ist eins der kleinen Rätsel unseres an Rätseln nicht gerade armen Alltags. Wollen Sie mal hören, nur so zur Probe? Also, erstes Rätsel: Was treibt einen normalen Düsseldorfer FDP-Landtagsabgeordneten dazu, Jürgen W. Möllemann nicht aus der Fraktion schmeißen zu wollen? Die uns bisher zu Ohren gekommenen Antworten, zur besseren Übersicht in einer Art Multiple-Choice-Raster zum Ankreuzen angeordnet: „a) Es gibt da welche, die finden den wirklich toll; b) Es gibt da welche, denen tut der wirklich leid; c) Wie kommen Sie auf die Idee, es handle sich um normale Abgeordnete?“ So, und daraus machen Sie jetzt mal eine Geschichte! Oder, nächste Quizfrage des Tages: Warum will Joschka Fischer den Papst besuchen? Wieder die Varianten zur Auswahl: „a) Weil er höheren Beistand braucht; b) Weil er katholisch ist.“ Von dieser Art sind so die Rätsel im Großen. Und dazu also, im Kleinen, das Bremer Rätsel. Das Uni-Magazin ist hochglänzend aufgemacht, die Januarausgabe zeigt auf dem Titelbild nächtlich erleuchtete Bürofenster. Das passt zur Titelgeschichte: Arbeitssucht – Die neue Volkskrankheit. Aha! „In Japan gehört Arbeit bis zum Umfallen zum Alltag“, lesen wir. „Rund 20 000 Menschen schuften sich dort jedes Jahr zu Tode.“ Oh! „Das dem Anschein nach noch auf dieses Land begrenzte Phänomen könnte als japanischer Exportschlager schon bald auch in Deutschland zum Problem werden.“ Oh, oh! Langsam ahnen wir, warum die Bremer uns ihr Magazin schicken. Gerade noch rechtzeitig. Danke, Uni!

(nach Diktat verreist)

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