Politik : Rätselraten um den Scheich

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Von Andrea Nüsse, Amman

Er ist klein, fröhlich, und er liebt es zu schauspielern. So berichtet es zumindest die kuwaitische Tageszeitung „Al Qabas“. Khalid Scheich Mohammed, den die US-Behörden für den Verbindungsmann zwischen Osama bin Ladens Netzwerk und den Anschlägen vom 11. September in New York halten, soll, so die Zeitung, 1984 Ingenieurswesen am Chowan College in North Carolina studiert haben. Beendet habe er seine Ausbildung an der Universität von North Carolina. Und dann sei er nach Afghanistan gereist.

Soviel ist bekannt. Über die Herkunft des Mannes, der gerade auf der ganzen Welt gesucht wird, gibt es dagegen sehr widersprüchliche Angaben. Gerade hat das kuwaitische Außenministerium dementiert, dass Mohammed ein Staatsbürger sei – das hatten die US-Fahnder angenommen. Mehr will da die kuwaitsche Zeitung „Al-Rai al-Aam“ wissen: Sie berichtet, dass Mohammed zwar 1965 in Kuwait geboren sei, aber einen pakistanischen Pass besitze, ausgestellt 1982 in der pakistanischen Botschaft in Kuwait . Das ergänzt die Zeitung „Al Qabas“ mit der Information, dass aber dafür Mohammeds Vater Kuwaiti gewesen sei und Imam in einer großen Moschee. Nach einem Streit mit einer einflussreichen kuwaitischen Familie habe er die Staatsbürgerschaft aber verloren.

Das Rätselraten um Mohammed geht weiter. Weder das genaue Alter des Mannes ist bekannt – 37 oder 38? – noch sein Aufenthaltsort. Es ist wohl die angebliche familiäre Verbindung zu Ramzi Ahmed Yousef, dem Koordinator des Bombenanschlags auf das World Trade Center 1993, worauf die US-Fahnder ihren Verdacht stützen. Mohammed – auf dessen Kopf seit Dezember 25 Millionen Dollar stehen – wird verdächtigt, 1995 an den Anschlagsversuchen auf asiatische Flugzeuge beteiligt gewesen zu sein. Der Drahtzieher dieser Aktion war damals Ramzi Ahmed Yousef.

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