RAF : Anschlag mit Modellflugzeugen auf Strauß geplant?

RAF-Terroristen hatten 1977 offenbar einen Mordanschlag auf den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß geplant. Das berichteten die Kinder des Politikers der "Bild"-Zeitung.

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Der frühere bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß. -Foto: AFP

BerlinDie RAF plante angeblich einen Anschlag auf Franz Josef Strauß. Nach Angaben von Strauß-Tochter Monika Hohlmeier hatte das frühere RAF- Mitglied Verena Becker in einem Münchner Hochhaus eine konspirative Wohnung angemietet. "Dort sind die Terroristen eingezogen und haben unsere Wohnung mit Ferngläsern beobachtet, uns ausgespäht", sagte sie. Es seien Pläne gefunden worden, "die eine Sprengstoff-Attacke auf unsere Wohnung mit Modellflugzeugen vorsahen." Strauß-Sohn Franz Georg erinnert sich, dass die Familie daraufhin umziehen musste.

Auch der ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust berichtete kürzlich über seine Vermutungen, dass die RAF ihn töten wollte. "Vermutlich nahmen Baader und Co. an, ich wüsste so viel über die Gruppe, dass ich für sie gefährlich werden konnte", sagte Aust der Zeitschrift "Vanity Fair". "Wir waren in meiner Wohnung in Hamburg-Altona, als nachts um drei plötzlich ein Bekannter klingelte", schilderte Aust. "Andreas Baader und Horst Mahler hatten ihn dazu gebracht, meinen Wohnort zu verraten. Die standen schon unten und warteten." Der Bekannte habe nur gesagt: "Ihr müsst schnell raus, sonst passiert etwas Schreckliches." Seine Frau, einige Besucher und er seien daraufhin durch einen Betongraben hinterm Haus abgehauen, berichtete Aust in dem Interview.

Stammheim-Trakt soll abgerissen werden

Unterdessen wurde bekannt, dass das bundesweit bekannte Hochhaus in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim, in dem in den 70er Jahren die Terroristen der Rote Armee Fraktion (RAF) untergebracht waren, einem Neubau weichen soll. Nach Berechnungen des Finanzministeriums sei ein Abriss wirtschaftlicher als eine Sanierung des maroden Gebäudes, zitierte die "Stuttgarter Zeitung" den Sprecher des Justizministeriums, Stefan Wirz. An der Stelle des Hochhauses soll dem Blatt zufolge von 2012 an eine psychiatrische Klinik mit 200 Betten gebaut werden.

Das Justizministerium will laut "Stuttgarter Zeitung" schon lange das Gebäude, das als Wahrzeichen der blutigen Terrorjahre gilt, durch neue Gefangenenbauten ersetzen. Jetzt sei aber der Abriss konkret für 2012 geplant. Damit würde auch das siebte Obergeschoss, in dem sich Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe am 18. Oktober 1977 selbst töteten, bald nur noch Geschichte sein. Zuvor sollen aber noch als Ersatz für die derzeit in dem Gebäude untergebrachten 580 Gefangenenplätze drei Neubauten auf dem Gelände entstehen. (küs/dpa/AFP)

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