RAF-Häftling : Christian Klar kämpft um Haftlockerung

Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar will nicht hinnehmen, dass ihm das baden-württembergische Justizministerium seine bewachten Ausgänge streicht.

Karlsruhe Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar wehrt sich vor Gericht gegen die Streichung seiner Haftlockerungen. Das Landgericht Karlsruhe bestätigte eine Meldung der "Stuttgarter Nachrichten", dass Klars Anwalt einen entsprechenden Antrag eingereicht hat. Nun wird zunächst die Justizvollzugsanstalt Bruchsal, wo Klar noch bis mindestens Anfang 2009 inhaftiert ist, um eine Stellungnahme gebeten.

Das baden-württembergische Justizministerium hatte die Rücknahme der bewachten Ausgänge verfügt, weil dem 55-Jährigen gemäß einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) Beugehaft droht und damit wegen der möglichen Haftverlängerung Fluchtgefahr bestehe. Mit der Beugehaft will der BGH-Ermittlungsrichter auf Antrag der Bundesanwaltschaft Klar sowie die Ex-RAF-Mitglieder Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts zu Aussagen über den noch nicht restlos geklärten Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Jahr 1977 zwingen. Die Anordnung wird allerdings noch vom 3. BGH-Strafsenat überprüft; wann eine Entscheidung fällt, ist nach einer Auskunft des BGH noch offen.

Klar hatte im April 2007 beim Landgericht Karlsruhe bewachte Ausgänge ohne Handschellen erstritten. Durch die Beugehaft kann sich seine inzwischen mehr als 25 Jahre dauernde Haft um maximal ein halbes Jahr verlängern. (ho/dpa)  

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