RAF-Prozess : Zeugenaussage von Ex-Terrorist Boock verschoben

Der Verhandlungstag im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Becker dauert nur wenige Minuten. Die mit Spannung erwartete Zeugenaussage von Peter-Jürgen Boock wird vertagt: Die Angeklagte ist erkrankt.

Birgit Hogefeld wird 1956 in Wiesbaden geboren und zählt zur sogenannten "dritten RAF-Generation". Hogefeld soll an der Ermordung des US-Soldaten Edward Pimental und bei dem Anschlag auf die US-Airbase im August 1985 Mittäterin gewesen sein. Sie wird nach einer Schießerei im Juni 1993 in Bad Kleinen festgenommen und wegen mehrfachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. 2007 und 2010 lehnt Bundespräsident Köhler Gnadengesuche Hogefelds ab. Seit 2009 ist sie als Freigängerin im offenen Vollzug. Im Juni 2011 hat Hogefeld 18 Jahre ihrer Strafe verbüßt und ihre Entlassung wird angekündigt. Bei der Entscheidung wird berücksichtigt, "dass sich die Verurteilte in deutlicher Form von der RAF losgesagt und ihrerseits die persönliche Verantwortung für die von der damaligen RAF begangenen Straftaten übernommen hat". Die Reststrafe wird zur Bewährung ausgesetzt.Weitere Bilder anzeigen
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10.06.2011 16:14Birgit Hogefeld wird 1956 in Wiesbaden geboren und zählt zur sogenannten "dritten RAF-Generation". Hogefeld soll an der Ermordung...

Die Zeugenaussage des früheren RAF-Mitglieds Peter-Jürgen Boock im Prozess gegen Ex-Terroristin Verena Becker ist verschoben worden. Das Verfahren vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart-Stammheim wurde am Dienstag nach wenigen Minuten unterbrochen, weil die Angeklagte sich kurzfristig krankgemeldet hatte. Der Prozess soll an diesem Donnerstag fortgesetzt werden.

Becker muss sich wegen Mittäterschaft beim Anschlag auf den früheren Generalbundesanwalt Siegfried Buback im April 1977 verantworten. Buback und seine zwei Begleiter waren damals von einem RAF-Kommando in Karlsruhe ermordet worden. (dpa)

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