RAF : Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen gegen Ex-Terrorist Wagner

Nach seinen umstrittenen Äußerungen zur Entführung des früheren Arbeitgeberpräsidenten Schleyer drohen Ex-RAF-Terrorist Rolf Clemens Wagner Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin. Wagner könnte demnach etwa wegen Volksverhetzung belangt werden.

BerlinDie Berliner Staatsanwaltschaft prüft ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen RAF-Terroristen Rolf Clemens Wagner, der die Entführung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Schleyer vor 30 Jahren gerechtfertigt hatte. Eine Behördensprecherin wollte aber keine weiteren Einzelheiten bekannt geben. Ob Ermittlungen aufgenommen werden, ist noch nicht klar. Wagner hatte in der "Jungen Welt" die Entführung des später ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer 1977 "aus heutiger Sicht" als richtig bezeichnet. Die Äußerung löste über alle Parteigrenzen hinweg Empörung aus.

Der Justizexperte Rupert Scholz sagte der "Bild": "Die Staatsanwaltschaft muss gegen Herrn Wagner unverzüglich ermitteln. Infrage kommen sowohl der Straftatbestand der Volksverhetzung wie auch die Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener." Wagner war wegen Beteiligung an der Ermordung Schleyers zu lebenslanger Haft verurteilt und 2003 nach 24 Jahren vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau begnadigt worden.

Daimler gedenkt Schleyer mit Zeitungsanzeigen

30 Jahre nach der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten durch die RAF erinnerte der Autokonzern Daimler unterdessen in mehreren überregionalen Zeitungen an sein früheres Vorstandsmitglied. "Sein Tod ist bis heute unverständlich", heißt es in der gemeinsamen Anzeige von Vorstand, Aufsichtsrat und Belegschaft.

In der Anzeige wird auch an die drei Polizisten und den Fahrer des ehemaligen Auto-Managers erinnert, die Anfang September 1977 von der Roten Armee Fraktion bei Schleyers Entführung ermordet wurden. Der Arbeitgeberpräsident wurde sechs Wochen danach mit drei Kopfschüssen getötet. (mit dpa)

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