Politik : RAF-Terroristin Mohnhaupt bald auf freiem Fuß?

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Stuttgart - Das Stuttgarter Oberlandesgericht (OLG) will am Montag bekannt geben, ob die frühere RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt nach 24 Jahren Haft auf freien Fuß kommt. Dies teilte eine Sprecherin am Freitag mit. Bei einer nicht öffentlichen Anhörung war am 22. Januar deutlich geworden, dass die zu lebenslanger Haft verurteilte Mohnhaupt gute Chancen hat, das Gefängnis zu verlassen. Die Bundesanwaltschaft beantragte, die Strafe zur Bewährung auszusetzen.

Die 57-Jährige gehörte von 1977 bis zu ihrer Festnahme 1982 zur Führungsebene der „Rote-Armee-Fraktion“. Mohnhaupt gilt als Rädelsführerin bei der Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten HannsMartin Schleyer im Herbst 1977. Im selben Jahr war Mohnhaupt an den Morden an Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Dresdner- Bank-Chef Jürgen Ponto beteiligt. 1985 wurde sie zu fünfmal lebenslänglich und einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Einem Gutachten zufolge gilt die lange als RAF-Hardlinerin eingestufte Mohnhaupt nicht mehr als rückfallgefährdet. Die Mindestverbüßungsdauer läuft am 26. März aus, so dass sie an diesem Tag die bayerische Justizvollzugsanstalt Aichach verlassen könnte.

Mohnhaupt, ein RAF-Mitglied der ersten Stunde, war bereits zwischen 1972 und 1977 inhaftiert. Aus den Reihen der RAF sitzen zudem noch Christian Klar, Eva Haule und Birgit Hogefeld im Gefängnis. Während Mohnhaupts mögliche Entlassung den normalen Regeln des Strafgesetzbuches folgt, prüft Bundespräsident Horst Köhler derzeit, ob Klar begnadigt werden kann, bevor seine auf 26 Jahre festgesetzte Mindestverbüßungsdauer Anfang 2009 zu Ende ist. Klar hatte bei Bundespräsident Johannes Rau erfolglos ein entsprechendes Gesuch gestellt. Zumindest kann er nun mit Hafterleichterungen rechnen. Laut „Frankfurter Rundschau“ bereitet die baden-württembergische Justiz einen „Lockerungsplan“ vor, um Klar „an den Tag der Freiheit heranzuführen“. dpa/AFP

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