Raketen-Abwehrsystem : Moskau stellt sich quer

Russland will den Vereinigten Staaten und den Europäern seine Vorbehalte gegen die von Washington geplante Errichtung eines Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien erläutern.

Moskau - Gespräche mit den "amerikanischen und europäischen Kollegen" seien in dieser Angelegenheit notwendig, sagte der stellvertretende Außenminister Sergej Kisliak laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax. Kisliak bekräftigte dabei die russische Kritik an dem US-Projekt, das nicht den "Interessen der globalen Sicherheit" entspreche. Natürlich sei es das Vorrecht eines jeden Staates, für seine Sicherheit zu sorgen, sagte Kisliak. Er müsse dieses aber tun, ohne bei den benachbarten Staaten "ein Gefühl der Gefahr" auszulösen.

Die USA wollen zehn Anlagen zur Abwehr von Raketen sowie eine Radaranlage in Europa errichten. Damit wollen sich die Vereinigten Staaten gegen einen möglichen Angriff aus Nordkorea oder den Iran rüsten. Eine abschließende Entscheidung oder gar einen Zeitplan für das Projekt gibt es laut US-Botschaft in Prag noch nicht. Der Kommandeur der russischen Weltraumtruppen, General Wladimir Popowkin, war am Montag mit den Worten zitiert worden, die US-Pläne stellten "eine eindeutige Bedrohung für Russland" dar. Eine Radarstation in Tschechien könne die Aktivitäten der Raketenstellungen in Zentralrussland und der russischen Nordmeerflotte überwachen. Ein Standort im Nato-Land Türkei wäre dagegen kein Problem und läge zudem näher am Iran, hatte der General gesagt. (tso/AFP)

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