RAKETEN AM GAZASTREIFEN : Ägypten vermittelt Waffenruhe

Trauer um getötete Islamisten.
Trauer um getötete Islamisten.Foto: AFP

Die israelische Luftwaffe und die extremistische Palästinensergruppe „Islamischer Dschihad“ lieferten sich am Wochenende heftige Raketenduelle in und um den Gazastreifen. Bei der am Samstagmittag durch einen israelischen Luftangriff auf ein Raketenkommando ausgelösten Eskalation der Gewalt wurde erstmals seit längerem ein israelischer Zivilist getötet, außerdem mindestens neun islamistische Aktivisten.

Die israelische Armee legte

Videoaufnahmen
vor, auf denen ein Kommando des „Islamischen Dschihad“ bei der Vorbereitung zum Raketenabschuss gegen Ziele in Israel zu erkennen ist. Beim anschließenden Angriff der Luftwaffe wurden fünf Angehörige des Kommandos getötet. Daraufhin antwortete der „Islamische Dschihad“ bis in die Nachtstunden mit massivem Beschuss insbesondere der drei israelischen Großstädte Beer-Sheva, Ashdod und Ashkelon. Dabei wurde ein ziviler Autofahrer in Ashkelon getötet und vier Personen leicht verletzt. Israels Luftwaffe reagierte in der Nacht zu Sonntag mit Luftangriffen auf sechs Ziele des „Islamischen Dschihad“: drei Raketenabschuss-

Rampen, ein „Terrortunnel“ im nördlichen Gazastreifen und zwei „Orte von Terroraktivitäten“ im Süden. Dabei wurden vier oder gar fünf weitere Aktivisten des „Islamischen Dschihad“ getötet.

Ein erster, schon Samstagnacht von Ägypten vermittelter Waffenstillstand wurde missachtet. Der zweite, ebenfalls durch ägyptische Vermittlung zustande gekommene Waffenstillstand wurde danach ab 7 Uhr am Sonntag eingehalten.

Israel macht offiziell die allein herrschende „Hamas Terror-Organisation“ für „alle terroristischen Aktivitäten aus dem Gazastreifen“ verantwortlich. Doch sowohl Jerusalem als auch die Hamas, die keine einzige Rakete abschoss, sind aus verschiedenen Gründen an einer Lageberuhigung interessiert. Deshalb geht man davon aus, dass die Hamas den „Islamischen Dschihad“ von weiteren Kampfhandlungen abzubringen versucht. cal

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