Raketenschild : Syrien unterstützt Russland bei Reaktion auf US-Raketenabwehrsystem

Während US-Außenministerin Rice nach Polen reist, um das Abkommen zur Stationierung von US-Abwehrraketen zu unterzeichnen, erwägt Russland mögliche Gegenmaßnahmen. Syrien hat Moskau dabei volle Unterstützung zugesagt, Präsident Baschar al-Assad trifft heute mit seinem Kollegen Dmitri Medwedew zusammen.

MoskauSyrien ist grundsätzlich zur Stationierung russischer Raketen als Reaktion auf das in Mitteleuropa geplante US- Raketenabwehrsystem bereit. "Ich denke, Russland sollte wirklich über Gegenschritte nachdenken, um gegen seine Umzingelung vorzugehen", sagte der syrische Präsident Baschar al-Assad der russischen Zeitung "Kommersant". Es gebe aber weder konkrete Vereinbarungen, noch habe man bereits verhandelt, betonte Al-Assad, der am Mittwoch in Moskau Gespräche mit Kremlchef Dmitri Medwedew führen wollte. Ebenfalls am Mittwoch stand in Warschau die Unterzeichnung eines Abkommens zur Stationierung von US-Abwehrraketen in Polen an.

Dazu wollen US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihr polnischer Kollege Radoslaw Sikorski in der Hauptstadt zusammenkommen. Neben der Stationierung von Abwehrraketen in Polen planen die USA den Bau einer Radaranlage in Tschechien. Russland fühlt sich von den Maßnahmen bedroht. Die russische Militärführung hatte Warschau bereits gedroht, Polen mache sich damit "selbst zum Ziel". Russland erwägt als Antwort auf das US-System die Verlegung von Kampfjets und Raketen nach Weißrussland. Militärexperten in Moskau brachten zudem eine Verlegung von Bombern nach Kuba ins Spiel.

Al-Assad sagte, Syrien sei bereit, mit Moskau an der Sicherheit Russlands zusammenzuarbeiten. Denkbar sei etwa die Stationierung russischer Abwehrraketensysteme vom Typ Iskander. "Solche Projekte müssten aber erst von Militärexperten geprüft werden", sagte er der Zeitung. Die Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit zwischen Russland und Syrien gilt als ein Hauptthema seines Besuchs in Moskau. (nis/dpa)

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