Politik : Rassismus ohne Folgen für Tourismus?

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Berlin - Ausländerfeindliche Übergriffe und die Furcht vor Sicherheitslücken während der Fußball-WM schrecken Deutschland-Touristen nicht ab. Zu dieser Einschätzung ist der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Hinsken (CSU), gelangt. „Wir sind bestens vorbereitet, aber Zwischenfälle sind niemals ganz auszuschließen“, sagte er am Freitag in Berlin. „Verrückte gibt es leider immer wieder.“ Deutschland sei ein weltoffenes und gastfreundliches Land. Während der WM gebe es fünf Millionen zusätzliche Übernachtungen.

Die wirtschaftlichen Chancen für die deutsche Tourismuswirtschaft könnten nicht am Verfassungsschutzbericht gemessen werden, sagte Hinsken. Die Warnung vor „No-go-Areas“ für Ausländer des ehemaligen Sprechers der rot-grünen Bundesregierung, Uwe-Karsten Heye, bezeichnete Hinsken als „Nestbeschmutzung“. „Es war nicht der richtige Zeitpunkt, sich ohne Zwang unmittelbar vor der WM zu diesem Thema zu äußern“, sagte Hinsken. Gerade in den neuen Bundesländern, die immer wieder in die Schlagzeilen gerieten, sei die Entwicklung positiv. So seien in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen im ersten Quartal 2006 zwischen sechs und zehn Prozent mehr ausländische Gäste registriert worden.

Hinsken bekräftigte die Einschätzung, dass die Fußball-WM der deutschen Wirtschaft einen Wachstumsschub geben werde. Die meisten Volkswirte hatten hingegen vor überzogenen Hoffnungen gewarnt. Die touristischen Aktivitäten würden in jedem Fall zunehmen, sagte Hinsken. Das Gastgewerbe rechne mit einem Umsatz von einer halben Milliarde Euro. Dadurch könnten in diesem Jahr zusätzliche 50 000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Allein in Berlin sei im Gesamtjahr mit mehr als 20 Millionen Übernachtungen zu rechnen – fünf Millionen mehr als 2005. mot

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