Rassismusvorwürfe : Londoner Polizeichef unter Druck

Der umstrittene Londoner Polizeichef Ian Blair gerät wegen Rassismusvorwürfen unter Druck. Der ranghöchste muslimische Polizist Großbritanniens erhob am Donnerstag schwere Vorwürfe gegen seinen Chef.

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Erhebt schwere Vorwürfe: Tarique Ghaffur -Foto: AFP

LondonTarique Ghaffur sagte bei einer Pressekonferenz in London, er sei "über einen langen Zeitraum" von Blair diskriminiert worden. Er ziehe daher mit "tiefem Bedauern" gegen seinen Arbeitgeber vor Gericht. Die Entscheidung habe nichts mit einer ausgebliebenen Beförderung zu tun, sagte Ghaffur, der in der Hierarchie der Londoner Metropolitan Police zusammen mit drei weiteren Kommissaren an dritter Stelle steht.

Es gehe um seine Behandlung "auf höchsten Ebenen" des Polizeipräsidiums. Ghaffurs Anwalt Shahrokh Mireskandari erklärte, dass es bereits zahlreiche Diskriminierungsfälle bei der Londoner Polizei gebe, die von Angehörigen ethnischer Minderheiten vorgebracht würden. Ghaffur hatte gegen seinen Arbeitgeber Beschwerde wegen Diskriminierung eingelegt. Er fordert 1,2 Millionen Pfund (1,5 Millionen Euro) von der Polizei, weil er sich aufgrund seiner Herkunft, seiner Religion und seines Alters diskriminiert fühlt.

Ghaffur wurde in Uganda geboren und ist seit 1974 bei der Polizei. Er ist unter anderem für geplante Sicherheitsvorkehrungen der Olympischen Spiele 2012 in London zuständig. Polizeichef Blair stand bereits wegen der Todesschüsse auf den unbeteiligten Brasilianer Jean Charles de Menezes stark in der Kritik. Menezes war mit sieben Schüssen in den Kopf getötet worden, als die Polizei zwei Wochen nach den Anschlägen auf die Londoner U-Bahn vom 7. Juli 2005 nach weiteren mutmaßlichen Attentätern fahndete. (mfa/AFP)

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