Politik : Ratingagentur stuft Zypern herab Merkel mahnt Reformen in dem Inselstaat an

Die finanzielle Lage Zyperns wird immer bedrohlicher. Die Ratingagentur Moody’s stufte die Kreditwürdigkeit des auf einen Staatsbankrott zusteuernden Inselstaats wegen der Probleme seines Bankensektors gleich um drei Noten herab. Die Genehmigung eines Milliarden-Hilfspakets für Zypern dürfte sich aber noch hinauszögern. Wegen der großen Bedeutung russischer Investoren für zyprische Banken pochen EU-Politiker auf harte Auflagen gegen Geldwäsche.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnte bei einem Besuch auf Zypern Reformen an. „Die Aufgabe heißt, auf der einen Seite Reformen durchzuführen und auf der anderen Seite dann über Solidarität zu sprechen“, betonte Merkel am Freitag vor Beginn eines Treffens mit Vertretern der Europäischen Volkspartei (EVP) in der Hafenstadt Limassol. Merkel sagte, sie unterstütze die Kandidatur des konservativen zyprischen Präsidentschaftskandidaten Nikos Anastassiadis.

Merkel betonte, die Gespräche mit der Geldgeber-„Troika“ seien „noch längst nicht in dem Stadium, wo es Entscheidungen gibt“. Zypern benötigt geschätzte 17,5 Milliarden Euro. Das Land hatte im Sommer einen Hilfsantrag gestellt.

Die Bonitätsnote Zyperns werde von „B3“ auf „Caa3“ gesenkt, teilte Moody’s mit. Der Ausblick für das Rating bleibe negativ. Es droht daher eine weitere Herabstufung. Moody’s bewertet Zypern damit noch schlechter als die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Fitch. Damit wird Zypern ähnlich negativ gesehen wie Griechenland. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben