Politik : Rau-Anwalt: Es werden gezielt falsche Eindrücke vermittelt

Die bisher von der nordrhein-westfälischen Landesregierung und Bundespräsident Johannes Rau vorgelegten Fluglisten in der Düsseldorfer Flugaffäre sind nach Informationen der "Welt am Sonntag" unvollständig. So soll ein Learjet der WestLB- Charterfirma PJC mindestens zwei Mal mehr als bislang bekannt im Auftrag der Bank geflogen sein. Die Maschine sei am 6. Oktober 1988 und am 3. September 1990 auf dem Militärflughafen in Jever - in der Nähe von Raus Urlaubsinsel Spiekeroog - gelandet, berichtete das Blatt. Die Anwälte von Rau und ein Sprecher der Düsseldorfer Staatskanzlei wiesen den Bericht zurück. Rau sei zu den fraglichen Terminen nicht auf Spiekeroog gewesen, erklärte Rau-Anwalt Gernot Lehr. Am 3. September 1990 sei der damalige NRW-Ministerpräsident zu einem offiziellen Besuch in Israel gewesen. Am 6. Oktober 1988 habe der SPD-Politiker krank zu Hause in Wuppertal gelegen. Der Anwalt meinte, es werde gezielt der falsche Eindruck erweckt, Rau habe Flüge mit WestLB-Charterjets in die Nähe seines Urlaubsorts unternommen. Der Leiter des Landespresseamts, Joachim Neuser, wies die Vorwürfe zurück. "Nach allen verfügbaren Unterlagen war kein Mitglied der jetzigen oder der damaligen Landesregierung bei den beiden Flügen an Bord."

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