Rauchverbot : Nicht auf halbem Weg stehen bleiben

Die Bundesärztekammer warnt vor einem halbherzigen Rauchverbot. Rund 3300 Menschen sterben nach Angaben des Krebsforschungszentrums Heidelberg pro Jahr in Deutschland an den Folgen des Passivrauchens.

Berlin - "Auch die eine Million Beschäftigten in der Gastronomie haben das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz", sagte Ärztekammerpräsident Jörg-Dietrich Hoppe. Deshalb müsse die Ausnahmeregelung für die Gastronomie beim Rauchverbot am Arbeitsplatz aufgehoben werden. Er appellierte auch an Eltern, nicht in Gegenwart ihrer Kinder zu rauchen.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch beschlossen, dass das Rauchen in Zügen, Bussen, Bahnen, auf Bahnhöfen und in Bundesbehörden künftig grundsätzlich verboten werden soll. Allerdings kann es Ausnahmen geben, etwa spezielle Raucherräume in Behörden. Tabakwaren sollen nur noch an über 18-Jährige statt über 16-Jährige verkauft werden. Das Kabinett will voraussichtlich am 28. Februar über einen Gesetzentwurf beraten. Die Länder sind für eine Regelung in Gaststätten zuständig. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern debattieren am Freitag kommender Woche darüber, ob das Qualmen in allen Gaststätten verboten werden soll oder ob es Ausnahmen gibt.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg warnte vor "lauwarmen Verordnungen". Umfassenden Schutz vor dem Mitrauchen gebe es nur, wenn alle geschlossenen öffentlichen Räume hundertprozentig rauchfrei seien, sagte Martina Pötschke-Langer dem Bayerischen Rundfunk. Der Druck der Bevölkerung sei aber so groß, dass sie mit einem Rauchverbot auch in Gaststätten rechne. (tso/dpa)

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