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Reaktion auf Hillary Clintons Kandidatur : Republikaner starten "Stop Hillary"-Kampagne

Die Republikaner reagieren auf Hillary Clintons Präsidentschaftskandidatur mit einer Gegenkampagne. Die Demokratin ist unterdessen im Kleinbus zu ihrem ersten Wahlkampfauftritt nach Iowa aufgebrochen.

Wie schon im Jahr 2008 bewirbt sich Hillary Clinton wieder um das Präsidentenamt in den USA.
Wie schon im Jahr 2008 bewirbt sich Hillary Clinton wieder um das Präsidentenamt in den USA.Foto: dpa

Die Republikanische Partei in den USA will im Vorwahlkampf Gegner von Hillary Clinton mobilisieren. Nur Stunden nach der Bekanntgabe der Kandidatur der ehemaligen Außenministerin als demokratische Präsidentschaftsbewerberin reagierten die Republikaner mit einer „Stop Hillary“-Kampagne. Die Partei sucht auf ihrer Webseite GOP.com 100.000 Parteigänger, die sich im anstehenden Präsidentschaftswahlkampf gegen Hillary Clinton engagieren und einen republikanischen Herausforderer unterstützen. Einen „Stop Hillary“-Aufkleber fürs Auto in Form eines Stoppschildes gibt es bereits.

Am Montagabend (Ortszeit) will auch der republikanische Senator Marco Rubio aus Florida seine Kandidatur erklären. Bereits zuvor hatten seine Partei- und Senatskollegen Ted Cruz und Rand Paul ihre Bewerbung bekanntgegeben.

Clintons Wahlkampfeinstieg kam nicht mehr überraschend, aber er wurde trotzdem mit großer Spannung erwartet. 2008 hatte sie bei der innerparteilichen Kandidatenkür gegen den derzeitigen Präsidenten Barack Obama verloren, oft kühl und überheblich gewirkt. Diesmal machte sie gleich zum Wahlkampfauftakt deutlich, dass sie um jede Stimme kämpfen werde. In einem Internetvideo stellte sie soziale Gerechtigkeit als ihr Hauptziel in den Mittelpunkt. „Normale Amerikaner brauchen einen Vorkämpfer, und ich möchte diese Vorkämpferin sein“, sagte sie.

Hillary Clinton bewältigt die 1600 Kilometer nach Iowa im Kleinbus

Nach der Bekanntgabe ihrer Präsidentschaftskandidatur ist Hillary Clinton in einem Kleinbus zu ihrem ersten Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat Iowa aufgebrochen. Statt ein Flugzeug für die 1600 Kilometer lange Reise von New York zu nehmen, stieg die 67-jährige Bewerberin um die Kandidatur der Demokraten bei der US-Präsidentenwahl 2016 am Sonntag in einen Kleinbus. Auf dem Weg veröffentlichte sie im Kurzmitteilungsdienst Twitter ein Foto von einem Treffen mit einer Familie, der sie an einer Tankstelle begegnet war.

"Als Hillary uns erstmals sagte, dass sie bereit wäre, per Straße nach Iowa zu fahren, schauten wir sie und fragten: 'Im Ernst?' Und sie sagte: 'Im Ernst'", sagte Clintons Beraterin Huma Abedin von der Reise. Die frühere First Lady hatte am Sonntag ein Video veröffentlicht, in dem sie ankündigte, für die Durchschnittsamerikaner kämpfen zu wollen. "Normale Amerikaner brauchen eine Vorkämpferin. Ich möchte diese Vorkämpferin sein", sagte sie.
Laut ihrem Wahlkampfteam will Clinton in den nächsten sechs bis acht Wochen den direkten Kontakt zu den Wählern suchen. Ihr erstes Ziel ist dabei Iowa, da dort Anfang 2016 die erste Vorwahl stattfindet. Der erste große Wahlkampfauftritt wird erst für Mai erwartet, doch will Clinton in den folgenden Wochen kleine Gruppen von Wählern treffen.

Der Republikaner Marco Rubio gibt am Montag seine Präsidentschaftskandidatur bekannt. Der Sohn kubanischer Einwanderer hofft vor allem auf die Stimmen der Latino-Wähler.
Der Republikaner Marco Rubio gibt am Montag seine Präsidentschaftskandidatur bekannt. Der Sohn kubanischer Einwanderer hofft vor...Foto: AFP


Im Gegensatz zu ihrer Kandidatur 2008 zeichnet sich in den eigenen Reihen diesmal keine ernsthafte Konkurrenz ab. Dagegen wird es bei den Republikanern ein dichtes Bewerberfeld geben. So gilt es als praktisch sicher, dass unter anderen auch Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush, Sohn und Bruder ehemaliger Präsidenten, sowie die Gouverneure Scott Walker (Wisconsin), Chris Christie (New Jersey) und Bobby Jindal (Louisiana) antreten werden.

Clintons offizielle Bewerbung löste sofort Angriffe einer Reihe ihrer potenziellen republikanischen Rivalen aus. Jeb Bush schrieb laut „Washington Post“ in einer E-Mail an Wahlkampfspender: „Es ist an uns, sie zu stoppen.“ Cruz erklärte, Clinton repräsentiere „die verfehlte Politik der Vergangenheit“. Der 43-jährige Rubio will seine Kandidatur auf einer Großkundgebung in Miami bekanntgeben. Der Sohn kubanischer Einwanderer hofft, zumindest einen Teil der Latino-Wähler für sich gewinnen zu können, die bei den vergangenen Wahlen in Scharen für die Demokraten gestimmt haben. (dpa)

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