Reaktion auf Schwarz-Gelb : Ärztekammer: Praxisgebühr abschaffen

Die Bundesärztekammer hat die Absicht der neuen Regierung begrüßt, die Praxisgebühr für gesetzlich versicherte Patienten zu prüfen. Er würde dieser Gebühr „keine Sekunde nachweinen“, sagte Ärztekammer-Vize Frank Ulrich Montgomery dem Tagesspiegel.

Rainer Woratschka

Sie habe „unbeschreiblichen administrativen Aufwand“ verursacht, aber keine der an sie gerichteten Erwartungen erfüllt. Weder seien die Arztbesuche zurückgegangen noch Patienten dadurch besser „gelenkt“ worden.

 

Die SPD äußerte sich zurückhaltend. Man wisse, dass es sich um ein „ungeliebtes Kind“ handle, sagte die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Carola Reimann, . Dennoch werde man „abwarten, welchen Verbesserungsvorschlag die Regierung vorlegt“. Achten will die SPD-Politikerin besonders auf eine schlüssige Gegenfinanzierung. Nach ihrer Rechnung bringt die Gebühr den Kassen nach wie vor bis zu 1,8 Milliarden Euro im Jahr.

 

Die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erinnerte daran, dass man die Praxisgebühr der Union als Kompromiss abgetrotzt habe. CDU und CSU hätten bei den Verhandlungen im Jahr 2003 auf eine zehnprozentige Beteiligung der Patienten an sämtlichen Leistungen gedrängt. Und noch 2006 habe die Union statt der Quartalsgebühr einen "Eintrittspreis" von fünf Euro für jeden Praxisbesuch gefordert.

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