Politik : Reaktionen auf den Terror: Gegen Terrorismus - aber nicht zwingend für Vergeltung

Russland hat den USA seine Unterstützung für mögliche Vergeltungsangriffe signalisiert. "Das Böse" müsse bestraft werden, sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Samstag in der armenischen Hauptstadt Eriwan, wo er sich mit Außenminister Igor Iwanow zu einem offiziellen Besuch aufhält. Zugleich forderte Putin die USA bei ihrer Reaktion auf die Terroranschläge in New York und Washington zur Besonnenheit auf. Man dürfe sich von den Terroristen nicht provozieren lassen.

Der niederländische Außenminister Jozias van Aartsen rief zum gemeinsamen Auftreten gegen die Verantwortlichen auf. "Zusammen mit den USA müssen wir versuchen, unsere Wut und Empörung in effektive Aktion umzusetzen, um die Täter zu finden und zu bestrafen", schrieb der rechtsliberale Politiker in der Zeitung "De Telegraaf". Die gesellschaftliche Bedrohung sei so real, dass konkrete und weitreichende Maßnahmen nicht ausbleiben könnten. Gemeinsam mit den USA müssten sich auch die Niederlande an eine Welt anpassen, "in der die größte Bedrohung für unsere Freiheit und Demokratie diffus und unsichtbar ist."

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Osama bin Laden: Amerikas Staatsfeind Nummer 1 gilt als der Hauptverdächtige Auch mehrere südamerikanische Staaten sagten den USA Unterstützung bei möglichen Vergeltungsangriffen zu. Gegen den internationalen Terrorismus müsse entschieden vorgegangen werden, sagte der argentinische Präsident Fernando de la Rua. Er bot US-Präsident George W. Bush die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Terror an. Paraguays Außenminister kündigte an, seine Regierung werde eine Anforderung von Truppen seitens der USA prüfen. Kolumbiens Präsident Pastrana hob die bisherige Zusammenarbeit mit Washington bei der Drogenbekämpfung hervor. Diese Kooperation müsse nun auch bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus greifen. Brasilien und Mexiko schlossen eine militärische Beteiligung aus. Uruguay sprach sich sogar ausdrücklich gegen militärische Vergeltungsmaßnahmen aus.

Mit ungewöhnlich scharfen Worten sprach sich Tschechiens Präsident Vaclav Havel für eine kompromisslose Bestrafung der Täter aus: "Einem Verbrechen muss Strafe folgen. Diese Strafe wird hart und muss hart sein. Dies ist im Interesse der gesamten Menschheit, die zu erkennen geben sollte, dass einige Dinge nicht gehen."

Pakistan versichert, dass das Land die Bekämpfung des Terrorismus weitestgehend unterstützen werde. Außenminister Abdus Sattar bestätigte, dass Pakistan von den Vereinigten Staaten eine Liste mit Vorschlägen für die Unterstützung der USA bei einem Vorgehen gegen die Verantwortlichen für die Terrorserie von New York und Washington erhalten habe.

Die Vereinigten Arabischen Emirate überprüfen ihre Beziehungen zur radikalislamischen Taliban-Regierung. Das Verhältnis zu den Taliban werde im Lichte der aktuellen Ereignisse "überdacht", hieß es. Bislang erkennen nur die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Pakistan die Taliban-Regierung in Kabul an.

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