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Reaktionen zu Westerwelles Tod : Genscher: "Ein herzensguter Mensch"

Trauer um Guido Westerwelle: Von Christian Lindner über Angela Merkel bis Frank-Walter Steinmeier bekunden Politiker parteiübergreifend ihre Anteilnahme.

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Hans-Dietrich Genscher und Guido Westerwelle im Jahr 2010 im Reichstagsgebäude in Berlin.
Hans-Dietrich Genscher und Guido Westerwelle im Jahr 2010 im Reichstagsgebäude in Berlin.Foto: Fabrizio Bensch/Reuters

Die Trauer um Guido Westerwelle ist groß. Der frühere FDP-Vorsitzende und ehemalige Außenminister erlag am Freitag seiner Leukämie-Erkrankung. Er wurde 54 Jahre alt. Bundespräsident Joachim Gauck hat die Verdienste Guido Westerwelles um den Zusammenhalt in Europa gewürdigt: "Er trat vehement dafür ein, den Zusammenhalt und den partnerschaftlichen Umgang in der Europäischen Union zu stärken und zu intensivieren", heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Kondolenzschreiben an Westerwelles Lebenspartner Michael Mronz.

Der frühere FDP-Chef werde als „leidenschaftlicher Demokrat und Europäer in Erinnerung bleiben“, so Gauck weiter. Das Land verliere einen Menschen, der seine verschiedenen Aufgaben immer mit großem persönlichem Einsatz angegangen sei. "Die letzten Jahre seines Lebens waren überschattet von einer heimtückischen Krankheit", so der Bundespräsident. Westerwelle habe dagegen mit allen Kräften und großer Geduld gekämpft. "Damit hat er viele Menschen in ähnlicher Situation ermutigt."

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem für sie "sehr traurigen Tag". Sein Tod sei schwer zu akzeptieren. Sie sei dankbar für viele persönliche Gespräche, die sie mit ihm geführt habe.

Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) hat sich „tief erschüttert“ geäußert. "Er war eine große politische Begabung und ein herzensguter Mensch. Mit ihm wird unvergessen bleiben das Wahlergebnis der FDP aus dem Jahr 2009“, hieß es in einer Erklärung, die am Freitag von seinem Büro verbreitet wurde. „Ich habe seinen Weg von Anfang an beobachten und begleiten dürfen." Genscher ließ ankündigen, dass er aus "gesundheitlichen Gründen" an den Trauerfeierlichkeiten für Westerwelle nicht werde teilnehmen können. Nach Angaben seines Büros ist der 88-Jährige derzeit „nicht reisefähig, sondern überwiegend bettlägerig“.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) schrieb: "Die Nachricht vom Tod Guido Westerwelles ist sehr, sehr bitter und erfüllt mich mit tiefer Trauer. Guido Westerwelle war ein besonders liebenswürdiger, zuvorkommender und selbstkritischer Mensch. Er hat sich in unterschiedlichen Funktionen große Verdienste für seine Partei und für das gesamte Land erworben. Uns hat ein enges, von stetem Vertrauen geprägtes Verhältnis verbunden. Mein Beileid gilt in diesen Stunden dem Lebenspartner und den Angehörigen des Verstorbenen."

"Er war immer glaubwürdig, generös und ein feiner Mensch"

Dirk Niebel, ehemaliger Generalsekretär der FDP, bekundete seine Anteilnahme auf N-TV: "Er war immer glaubwürdig, generös und ein feiner Mensch." Demselben Sender sagte der ehemalige Außenminister Klaus Kinkel via Telefon: "Er hat sich immer ungeheuer engagiert, sich stark eingebracht."

"Bin einfach sehr, sehr traurig." (Ex-Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler bei Twitter) "Ich bin bin unendlich traurig. Noch im November haben meine Frau und ich mit ihm einige Zeit auf Mallorca verbracht. Da war er noch guten Mutes. Sein Tod ist für die liberale Bewegung ein unglaublicher Verlust." (Der FDP-Vize-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki zu focus.de) Der Nachfolger von Westerwelle als Bundesparteivorsitzender sagte ebenfalls zu focus.de: "Er hat eine ganze Generation von Liberalen geprägt. Er war ein großer, ein begnadeter Politiker, ein Liberaler durch und durch. Guido konnte die Menschen begeistern, seine Reden sind legendär. Als Außenminister ist er weltweit dafür eingetreten, dass Frieden die Grundvoraussetzung für Freiheit und Wohlstand ist. Er hat Deutschlands Bild in der Welt geprägt." Das Auswärtige Amt twitterte unter anderem eine Deutschland-Fahne auf Halbmast.

Ronald S. Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses, bezeichnet Westerwelle als "einen der charismatischsten Politiker, den ich je traf". "Er zeigte immer ein starkes Engagement für Bürgerrechte und verteidigte die Rechte von Minderheiten."

Das Auswärtige Amt verbreitete über seinen Twitter-Account ein Statement von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD): "Guido Westerwelle war in seinem Bemühen um ein friedliches und ziviles Deutschland ein wahrer Patriot." Und in einer Pressemitteilung führt Steinmeier weiter aus: "Guido Westerwelle war Vollblutpolitiker, jemand, der sich nie wegduckt und auch in schwierigen Zeiten seine Überzeugungen aufrecht vertreten hat. "Wir waren nicht immer einer Meinung, nicht in der Innenpolitik, und auch nicht immer in der Außenpolitik. Aber wir konnten uns immer aufeinander verlassen."

"Leidenschaftlich und überzeugungsstark stritt er für die liberale Sache"

Der Generalsekretär der CDU, Dr. Peter Teuber, erklärte in einer Pressemitteilung: "Guido Westerwelle hat seiner Partei und unserem Land unter anderem als Generalsekretär, Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender gedient. Leidenschaftlich, kompetent und überzeugungsstark stritt er für die liberale Sache. Unsere Gedanken und Gebete sind bei seinen Angehörigen."

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Früherer FDP-Chef Westerwelle gestorben
Früherer FDP-Chef Westerwelle gestorben

Die Grünen-Politiker Katrin Göring-Eckhardt und Anton Hofreiter nahmen in einer Pressemitteilung der Partei Anteil am Tod von Westerwelle: "Deutschland verliert einen herausragenden Politiker, der streitbar liberal war. In Debatten präsent und scharfzüngig hat er im Bundestag für seine Positionen gestritten. Und damit das Parlament als Ort gestärkt, an dem Politik leidenschaftlich verhandelt wird." Jürgen Trittin schrieb auf seiner Website: "In seinem politischen Wirken war Guido Westerwelle ein politischer  Konkurrent und Opponent, der sich gerne und mit Nachdruck an den Grünen abarbeitete. Doch gebietet die Fairness anzuerkennen, dass er die FDP nach dem Desaster mit Jürgen Möllemann zu einer zuvor ungekannten politischen Größe gebracht hat."

Vom Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch, hieß es: "Guido Westerwelle ist viel zu früh gestorben. Mein Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und seinen Freunden." Bartsch fügte hinzu: "Er wird mir fehlen."

"Gedanken sind bei seinem Mann, Familie und Freunden", schreibt EU-Parlamentspräsident Martin Schulz auf Twitter. Auch Grünen-Politiker Cem Özdemir und die FDP schreiben: "Unsere Anteilnahme gilt seinem Mann und seiner Familie."

Der aktuelle Vorsitzende der FDP, Christian Lindner, schreibt: "Mir fehlen die Worte. Guido hat so gekämpft. Die Trauer ist groß."

"Tiefe Trauer über Tod von Guido Westerwelle. Unser Land verliert einen großen Liberalen. Viel zu früh. RIP", twittert Justizminister Heiko Maas (SPD).

SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel: "Ich bin sehr bestürzt über die Nachricht vom Tod von Guido Westerwelle. Mit ihm ist ein aufrechter Demokrat viel zu früh von uns gegangen."

"Guido Westerwelle hat ein Vierteljahrhundert die politische Debatte und Kultur in Deutschland mit geprägt. Nun starb er viel zu jung. RIP" (Peter Altmaier von der CDU)

"Bin unglaublich traurig. So extremes Leben voller Höhen und Tiefen, so viele Schmähungen. Und dabei ein feiner Mensch geblieben." (Kristina Schröder (CDU))

"In Gedanken bei Michael Mronz und den Angehörigen von Guido Westerwelle. Niemand hat verdient, so früh aus dem Leben gerissen zu werden", schreibt Stefan Liebich von den Linken.

Politiker Niels Annen (SPD) twittert: "Ich bin tief erschüttert über den viel zu frühen Tod von Guido Westerwelle. Er war eine prägende Stimme der auswärtigen Politik.

"Bewundere, dass Guido Westerwelle bis zum Schluss nicht aufgegeben hat. Gottes Segen." (Dorothee Bär von der CSU)

"Nicht nur anständig, nicht nur verlässlich, nicht nur Freund: Guido Westerwelle war ein wirklich Großer! RIP", hieß es vom ehemaligen Chefredakteur der "Bild-Zeitung" Kai Diekmann.

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