Reaktionen : Zustimmung, Lob – und Widerspruch

Stimmen zur Vergabe des Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Obama.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin (CDU), gratulierte Obama und erklärte, es sei ihm in kurzer Zeit gelungen, „weltweit einen neuen Ton zu setzen und Gesprächsbereitschaft zu schaffen“. Er sollte von allen in seinem Bestreben unterstützt werden, „Frieden in der Welt noch besser möglich zu machen“.

Horst Köhler, Bundespräsident, schrieb: „Ich freue mich, dass Ihr Engagement für die friedliche Zusammenarbeit zwischen. Staaten und Völkern durch die Verleihung dieser hohen Auszeichnung verdiente Anerkennung und Würdigung findet. (…) In Ihrem Wirken für eine friedlichere und bessere Zukunft für alle Menschen unserer Einen Welt möchte ich Sie mit allem Nachdruck bestärken.“

Frank-Walter Steinmeier, scheidender Außenminister (SPD), erklärte, die Entscheidung des Nobelkomitees sei „ein wichtiges Signal der Unterstützung für die kooperative Politik des US-Präsidenten“. Obamas „mutige Politik der ausgestreckten Hand“ sei „der richtige Weg, um die verhärteten Fronten in vielen Konflikten aufzubrechen und die friedliche Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu fördern“.

Nicolas Sarkozy, französischer Staatschef, sagte, das Nobel-Komitee zeichne Obamas „entschlossenes Engagement für die Menschenrechte (...) und für die Verbreitung des Friedens in der Welt“ aus. Damit werde dessen „Vision für Toleranz und Dialog zwischen den Staaten, Kulturen und Zivilisationen“ gewürdigt.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso erklärte, diese Auszeichnung für den Führer der größten Militärmacht der Welt widerspiegele die Hoffnungen, die sich an dessen Vision von einer atomwaffenfreien Welt knüpften.

Mohamed el Baradei, Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, sagte, Obama zeige außerordentliche Führungskraft, indem er sich für eine atomwaffenfreie Welt sowie für „Diplomatie, gegenseitigen Respekt und Dialog“ als beste Mittel zur Konfliktbewältigung einsetze.

Schimon Peres, Israels Präsident, schickte Obama ein Glückwunschschreiben, in dem er ihm bescheinigte, „der ganzen Menschheit neue Hoffnung“ zu geben. Nur „sehr wenige“ Politiker hätten es geschafft, „den geistigen Zustand der Welt in so kurzer Zeit zu ändern“, fügte Peres hinzu.

Lech Walesa, polnischer Ex-Präsident und Friedensnobelpreisträger von 1983, bezeichnete die Entscheidung für Obama als „zu schnell“. Obama habe noch gar nicht die Zeit gehabt, um „was auch immer zu tun“. Derzeit sei er damit beschäftigt, Vorschläge zu machen.

Mahmud Ahmadineschad, Irans Präsident, ließ mitteilen, die Regierung in Teheran hoffe, dass die Auszeichnung Obama anspornen werde, „den Weg zur Gerechtigkeit in der Welt“ zu beschreiten.

Hamid Karsai, afghanischer Präsident, sagte, dies sei die „richtige“ Wahl. Obamas Anstrengungen, „auf dem Weltniveau freundschaftliche und gute Beziehungen und weltweiten Frieden zu schaffen“, machten ihn zum angemessenen Empfänger des Friedensnobelpreises.

Die Taliban, radikalislamische Kämpfer, kritisierten, die Entscheidung als „ungerecht“. Obama habe „in Afghanistan keinen einzigen Schritt in Richtung Frieden“ unternommen.

Morgan Tsvangirai, Simbabwes Ministerpräsident, der selbst als einer der Favoriten für die Auszeichnung gegolten hatte, sagte: „Er hat ihn verdient.“ Mit der Entscheidung habe das Nobelkomitee einen gutenKompromiss gefunden, der dem Ziel der Auszeichnung gerecht werde.

Papst Benedikt XVI. ließ mitteilen, er begrüße die Auszeichnung. Es sei „zu wünschen, dass diese hochbedeutende Anerkennung dazu ermutigt, das schwierige, aber fundamentale Engagement für die Zukunft voranzubringen“.

Mairead C. Maguire, nordirische Nobelpreisträgerin, sagte, sie sei „sehr traurig“, denn der Preis ginge normalerweise an Menschen, die Krieg und Militarismus beenden und für Abrüstung sind. Obama müsse erst noch beweisen, dass er den Krieg in Afghanistan beenden wolle. Die heute 65-Jährige erhielt den Friedensnobelpreis 1976 zusammen mit Betty Williams. Beide Frauen hatten eine einflussreiche Friedensbewegung in Nordirland gegründet.

Said Obama, Obamas kenianischer Stiefbruder, sagte, für die Verwandten des US-Präsidenten in Kenia sei diese Entscheidung eine Ehre. Viele Menschen fühlten sich dadurch berührt, denn Obama repräsentiere „Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten“. (Tsp)

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