Politik : REAKTIONEN

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Kurt Beck (SPD), Ministerpräsident von RheinlandPfalz: „Was die beiden großen Parteien angeht, sind wir noch nicht am Ende. Auch Dresden wird noch wählen müssen; ich sehe noch nicht, dass die Union endgültig die Nase vorn hat. Außerdem haben Demokraten die Pflicht, grundsätzlich zum Gespräch miteinander bereit zu sein. Jetzt geht es darum, zu sehen, was geht und was Deutschland am meisten nutzt, und nicht, was am Wahlabend in einer ersten Trotzreaktion von einer Partei gesagt wird, die sich schon in Regierungsämtern sah. Für die SPD ist alles unendlich viel besser gekommen, als alle Welt noch vor zwei, drei Wochen vorhergesagt hat. Wir fühlen uns nicht als Sieger, aber erleichtert. Vor dem Hintergrund der Stimmungslage, die da war, haben wir die Wahl eigentlich gewonnen. Es waren ja Stimmungslagen gemessen und kommentiert worden, die uns eher das Totenglöckchen geläutet haben. Stattdessen hat die CDU/CSU, gemessen an ihrer Erwartung vor zwei, drei Wochen, massiv Prozente verloren. Das ist ein entscheidendes Verdienst von Gerhard Schröder, seinem Kampfeswillen und seiner Entschlossenheit. Ich glaube, dass die Leute es auch satt haben, sich vorher ständig sagen zu lassen, was sie zu tun haben. Ich habe heute mit sehr vielen Menschen geredet, die mir gesagt haben: Wir sind es, die entscheiden, wir lassen nicht zu, dass ständig so getan wird, als sei alles schon entschieden. Da haben viele Publizisten, aber auch die Demoskopen ein bisschen die Rechnung ohne den Wirt gemacht.“ade

Philipp Rösler, FDP-Präsidiumsmitglied und Fraktionschef in Niedersachsen: „Solide und seriös handeln, kreativ denken – unter diesem Motto haben wir den Wahlkampf geführt und anscheinend ist dieses Motto auch bei den Menschen gut angekommen. Dieser Erfolg ist ein Erfolg des Parteichefs Guido Westerwelle und seiner Programmatik. Es ist ein Erfolg der Partei, die wieder ernsthaft geworden ist. Natürlich hätten wir lieber regiert, aber jetzt haben wir in der Opposition die Chance, unser Ergebnis auf eine noch breitere Basis zu stellen. Ich habe immer gesagt, wir müssen zurück in die Gesellschaft, in die Kieze, und wir müssen sympathischer werden. Den Menschen sind wir anscheinend schon sympathischer geworden mit unserem klaren Programm. Das macht Mut und jedes Mitglied ist aufgefordert, den Häuserkampf weiterzutreiben – nicht mit Krawall, sondern mit Gesichtern, mit Präsenz. Unsere Ausgangsposition ist ja nicht gerade die schlechteste. Auch für die Jüngeren in der FDP ist das Ergebnis sehr ermutigend, denn jetzt können wir davon ausgehen, dass der Verjüngungsprozess fortgesetzt wird und auch der Prozess der Annäherung an die Menschen. Die FDP hat jetzt die Chance, zu zeigen, dass wir eine wirkliche Bürgerpartei sein können, so wie es sich der erste Generalsekretär der FDP, Karl-Hermann Flach, immer vorgestellt hat.“ ale

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