Politik : Rebellen in Sierra Leone lassen auch weitere Blauhelme laufen

Im Bürgerkrieg in Sierra Leone haben die Rebellen der "Vereinten Revolutionären Front" (RUF) am Wochenende rund 300 Kindersoldaten und weitere UN-Mitarbeiter freigelassen. Die Sieben- bis 18-Jährigen seien in der von der RUF besetzten Stadt Makeni im Norden freigekommen und von Vertretern des katholischen Hilfswerks Caritas nach Lungi gebracht worden, sagte UN-Sprecher David Wimhurst am Samstag. Regierungstruppen wie Aufständische zwingen Kinder zum Kriegsdienst in den vor rund drei Wochen wieder aufgeflammten Kämpfen. In der Nacht zum Samstag hatte die RUF weitere 180 der ursprünglich 500 verschleppten UN-Blauhelme freigelassen. Sie hat nun noch etwa 70 UN-Soldaten in ihrer Gewalt.

Die Regierungstruppen lieferten sich den UN zufolge an der strategisch wichtigen Rogberi-Kreuzung - 90 Kilometer von der Hauptstadt Freetown entfernt - Kämpfe mit den RUF-Rebellen. Ein Armeekommandant sagte vor Journalisten, die Truppen marschierten in Richtung Lunsar weiter, das auf dem Weg ins besetzte Makeni liegt. Nahe Rogberi waren am Mittwoch ein Kriegsberichterstatter der Nachrichtenagentur Reuters und ein spanischer Kameramann der Agentur AP in einen Rebellen-Hinterhalt geraten und getötet worden. Der 32-jährige spanische Kameramann Miguel Gil Moreno de Mora war am Samstag in seinem Heimatort Vimbodi bei Barcelona beigesetzt worden. Unter den Trauergästen waren Journalisten aus den USA, Großbritannien und vom Balkan, wo Moreno zuvor im Einsatz war. Der Leichnam des in Sierra Leone getöteten amerikanischen Reuters-Journalisten Kurt Schork war ebenfalls am Samstag in die US-Bundeshauptstadt Washington geflogen worden.

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