Politik : Rebellen sprengen russische Militärzüge

Die tschetschenischen Separatisten haben mit Angriffen auf zwei Züge der russischen Streitkräfte gezeigt, dass sie auch nach dem Fall Grosnys noch militärische Schlagkraft besitzen. Die Kämpfe im russisch kontrollierten Teil von Tschetschenien ereigneten sich bereits am Dienstag, wurden vom Moskauer Verteidigungsministerium aber erst am Donnerstag bekannt gemacht. Unterdessen berichteten tschetschenische Flüchtlinge, dass russische Einheiten bei einem Angriff auf drei Dörfer im Westen der Kaukasusrepublik mindestens zwei Dutzend Zivilisten absichtlich getötet hätten.

Laut Itar-Tass sprengten die Rebellen einen russischen Instandsetzungszug in der Nähe von Argun mit ferngezündeten Minen in die Luft. Von vier Seiten hätten die Kämpfer das Feuer eröffnet. Einen zweiten Zug, der zur Unterstützung entsandt wurde, griffen sie mit Granaten an. Nach stundenlangen Kämpfen hätten sich die Tschetschenen schließlich beim Eintreffen russischer Spezialeinheiten zurückgezogen, hieß es.

Die russische Armeeführung will bei ihrer Offensive im gebirgigen Süden von Tschetschenien rund 50 000 Soldaten einsetzen. Das sagte der stellvertretende Generalstabschef Waleri Manilow am Donnerstag dem staatlichen Fernsehsender ORT. Nach offiziellen russischen Angaben sind zurzeit etwa 93 000 Soldaten in der Kaukasusrepublik zusammengezogen. Die russische Luftwaffe flog innerhalb von 24 Stunden rund 200 neue Einsätze gegen Rebellenstellungen im Süden des Landes. Dabei wurden unter anderem Ziele bei den Argun-Schluchten und die Stadt Wedeno bombardiert.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben