• Rechenfehler in Behörde – doch weniger Wähler Statt 78,8 nur 68,7 Prozent Zweitniedrigste Quote seit 1957

Politik : Rechenfehler in Behörde – doch weniger Wähler Statt 78,8 nur 68,7 Prozent Zweitniedrigste Quote seit 1957

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(ddp/dpa). Entgegen ersten Meldungen vom Sonntag haben in Hamburg doch weniger Menschen ihre Stimme abgegeben als bei der vorangegangenen Wahl. Die Wahlbeteiligung lag nur bei 68,7 Prozent der Stimmberechtigten und damit 2,3 Prozentpunkte unter dem Ergebnis von 2001, wie das Statistische Landesamt für Hamburg und SchleswigHolstein am Montag mitteilte. Damit wurde die zweitniedrigste Wahlbeteiligung seit 1957 verzeichnet.

Am Sonntagnachmittag hatte der Landeswahlleiter bereits eine Stunde vor Schließung der Wahllokale einen deutlichen Anstieg der Wahlbeteiligung gemeldet. Diese war nach Schließung der Wahllokale zunächst auf 78,8 Prozent hochgerechnet worden. In der Nacht wurde diese Zahl offiziell nach unten korrigiert – auf 69,3 Prozent. In dem am Montag veröffentlichten vorläufigen Ergebnis waren es dann nur noch 68,7 Prozent. Ein Mitarbeiter des Statistikamtes erklärte, gleich zu Beginn seien falsche Zahlen in den Rechner eingegeben worden.

„Dies ist kein grundlegender Fehler, der sich auf das Endergebnis auswirkt“, sagte Wahlleiter Herbert Neumann. Zu Spekulationen, dass Ronald Schill nach seiner Niederlage die Wahlen wegen dieses Fehlers anfechten werde, wollte Neumann keine Stellung nehmen. Schill habe zunächst keinen Kontakt mit dem Landeswahlamt aufgenommen. Das Statistische Amt wertete das Ergebnis der Bürgerschaftswahl mit ihren großen Wählerbewegungen als „weiteres Beispiel dafür, wie parteipolitisch ungebunden und damit mobil die Wählerschaft in einer Metropole wie Hamburg gegenwärtig ist“.

Das „Hamburger Abendblatt“ berichtete von einer weiteren Rechenpanne. Danach ergeben die in den Listen für die Wahlbezirke addierten Prozentzahlen der Parteien mehr als 100. Das Statistikamt Nord habe auch hier einen Fehler eingeräumt: Die Werte für die Partei Pro DM/Schill seien auch zu den sonstigen Parteien gerechnet worden, kämen also doppelt in den Listen vor.

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