Politik : Rechte Gefahr: Neues von Herrn Z. (Kommentar)

Zugegeben: Hier sollte von Zlatko und seinen Umtrieben nicht mehr die Rede sein, weil ja schon die Nennung des Namens Glosse genug ist; einmal schmerzlich-wissendes Aufstöhnen - und was soll auf die restlichen Zeilen? Nun aber hat der junge Mann, den seine Anhänger "The Brain" nennen, es abgelehnt, am "Bündnis gegen rechts" der Bundesregierung teilzunehmen, und dies erzwingt dann doch erneut mitfühlendes Kommentieren. Was steckt hinter dieser Entscheidung? Es könnte einer der kühlen Macher aus dem RTL-2-Management sein. Zladdi, mag er gesagt haben, bring dich nicht auf einen Schlag um zwei Drittel deiner Anhänger! Es könnte seine eigene Einsicht gewesen sein mit dem nahe liegenden Gedanken: "Ich? Gegen mich selbst?" Möglicherweise handelt es sich aber auch um ein schlichtes Missverständnis, nicht selten bei Menschen, die den wichtigsten Teil ihres Lebens eingesperrt waren. "Gegen rechts?" mag Zlatko geargwöhnt haben. "Wie jetzt? Die schlimmsten Unfälle passieren doch beim Linksabbiegen!" Ja, so fehlt nun das wichtigste Zugpferd der Kampagne, zumal, wie man hört, auch Zlatkos Mentor Will Shakesbier absagen musste. Zwei tonnenförmige Männer stehen bereit, die Scharte auszuwetzen: die Wildecker Herzbuben. Das ehrt sie ohne Zweifel - ob aber eine nennenswerte Zahl von Skinheads nun beim Hören von "Herzilein" die Gesinnung ändert, zu Tränen gerührt oder auch nur aus Angst, das Lied noch einmal hören zu müssen? Nein: Zladdi ist nicht zu ersetzen. Wir sollten uns an den Gedanken gewöhnen.

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