Politik : Rechte Gewalt: Hass auf "Andersartige", "Fremde" oder "Minderwertige"

Es gehört zur Problematik "rechter Gewalt", dass man mit dem Begriff das Phänomen scheinbar nach Belieben aufblasen oder klein reden kann. Einerseits ist nicht jeder brutale Überfall auf einen Ausländer "rechts", andererseits ist ein erschlagener Obdachloser nicht schon deswegen "normales" Gewaltopfer, weil die Täter darauf verzichtet haben, den Mord ideologisch zu begründen. Ziel der vorliegenden Dokumentation ist es, die allzu lange verdrängte Dimension dieses Terrors deutlich zu machen, ohne die Opferliste auf jeden vagen Verdacht einer Antifa-Gruppe zu verlängern. Somit waren weder die offiziellen Feststellungen von Gerichten, Innenministerien, Verfassungsschützern oder der Polizei ausreichend, noch waren - bei allem Respekt vor deren Verdiensten in dieser Sache - die Zusammenstellungen linker und antifaschistischer Organisationen kritiklos zu übernehmen.

Tagesspiegel und "Frankfurter Rundschau" haben vielmehr für die Liste folgende Kriterien zugrunde gelegt: Aufgenommen wurden Fälle, bei denen die Tat nachgewiesenermaßen aus rechten Motiven (dazu zählt auch der Hass auf "Andersartige", "Fremde" oder "Minderwertige") begangen wurde oder dafür plausible Anhaltspunkte bestehen. Dazu kommen solche, in denen der Täter nachweislich einem entsprechend eingestellten Milieu zuzurechnen und ein anderes Tatmotiv nicht erkennbar ist. Mehrere Dutzend Zweifelsfälle haben wir nicht aufgeführt, so dass die tatsächliche Zahl der Opfer um einiges höher liegen dürfte.

Grundlage der Liste ist der Entwurf einer ausführlichen Dokumentation, die Tagesspiegel-Redakteur Frank Jansen und der Journalist Jürgen Elsässer in Zusammenarbeit mit weiteren Autoren Anfang des kommenden Jahres in Buchform herausgeben werden.

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