RECHTE MORDE : Umstrittene Zahl

Die enorme Diskrepanz zwischen der offiziellen Zahl der Todesopfer rechter Gewalt und den Recherchen des Tagesspiegels und zweier weiterer Zeitungen soll nun auch bei der an diesem Donnerstag beginnenden Tagung der Innenministerkonferenz (IMK) in Wiesbaden zur Sprache kommen. Er werde anregen, das Thema „in den Blick zu nehmen“, sagte am Dienstag der Innenminister von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht (CDU). Bundesregierung und Polizei melden bislang, ohne die zehn Morde der Jenaer Terrorzelle, 48 Todesopfer rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung. Der Tagesspiegel kommt auf 138 Tote. Rechnet man die Opfer der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ hinzu, sind es sogar 148. Bei den Beratungen der IMK über Maßnahmen gegen den Rechtsextremismus gehöre das Problem der in der offiziellen Bilanz fehlenden 90 Toten dazu, sagte Stahlknecht. Er hat zudem in seinem Land angeordnet, dass Polizei und Verfassungsschutz die neun Fälle aus Sachsen-Anhalt prüfen, die in der Todesopferliste des Tagesspiegels stehen, aber offiziell nicht als rechts motivierte Verbrechen gelten. fan

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