Politik : Rechtsextremeglauben nicht an Wahlerfolg

Frank Jansen

Berlin - NPD und DVU glauben offenbar nicht mehr daran, dass sie mit ihrer „Volksfront von rechts“ bei der Bundestagswahl die Fünf-Prozent-Hürde überwinden können. Bei einer Pressekonferenz beider Parteiführer in der Berliner NPD-Zentrale am Donnerstag sagte DVU-Chef Gerhard Frey, „sie können Gift darauf nehmen, dass die NPD nach den im Bundestag vertretenen Parteien mit Abstand die stärkste Partei sein wird“. Die NPD tritt gemäß einer Absprache mit der DVU bei der Wahl alleine an, allerdings kandidieren elf DVU-Mitglieder, darunter Frey, auf NPD-Landeslisten. Der NPD-Vorsitzende Udo Voigt versuchte, Freys Äußerung zu relativieren. Er sei zuversichtlich, so Voigt, dass es mindestens einem Direktkandidaten gelingt, ein Mandat zu bekommen.

Laut Voigt hofft die NPD in einigen ostdeutschen Wahlkreisen „auf ein zweistelliges Ergebnis“. Deshalb treten in Sachsen vier Mitglieder der NPD-Landtagsfraktion nun als Direktkandidaten bei der Bundestagswahl an. Wie stark die NPD auf den Osten fixiert ist, zeigt auch die Aufteilung des Wahlkampfbudgets: Von den 1,2 Millionen Euro sollen 60 Prozent in den neuen Ländern eingesetzt werden. Davon geht ein Großteil nach Sachsen, wo die Partei nach Angaben von Voigt an alle Haushalte Postwurfsendungen verschicken will.

Als einen der Hauptgegner bei der Wahl sehen NPD und DVU die Linkspartei. Im Wahlkampf werden die Rechtsextremisten mit einem Plakat auftreten, das einen der beiden Spitzenkandidaten der Linkspartei, Oskar Lafontaine, gemeinsam mit Erich Honecker zeigt, dem ehemaligen Staatschef der DDR. Die NPD will auch für ihre Wahlkampfparolen die umstrittene Äußerung Lafontaines über „Fremdarbeiter“ verwerten. Wie sich NPD und DVU im Wahlkampf über das NS-Regime äußern, blieb am Donnerstag unklar. Voigt hatte in einem Interview Hitler einen „großen deutschen Staatsmann“ genannt. DVU-Chef Frey reagierte auf Fragen dazu allergisch und verglich Hitler mit Stalin und Dschingis Khan.

0 Kommentare

Neuester Kommentar