• Rechtsextremismus: Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland - Die Inder kommen nicht, sie gehen

Politik : Rechtsextremismus: Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland - Die Inder kommen nicht, sie gehen

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Wegschauen ist nicht mehr erlaubt, sagt der Kanzler. Also schauen wir hin und sehen: ein hässliches Bild von Deutschland, genauer von Ostdeutschland. Vorfälle der Gewalt von Rechts häufen sich. In mindestens zwei Fällen haben ausländische Wissenschaftler wegen fremdenfeindlicher Vorfälle den Ruf an brandenburgische Institute abgelehnt: eine Amerikanerin aus Angst um ihren jüdischen Ehemann, und ein Inder. Außerdem wird von dem Übergriff auf einen türkischstämmigen Gastdozenten an der Universität Potsdam berichtet. In amerikanischen Reiseführern wird schon gewarnt, man solle sich, wenn man "unverkennbar Ausländer" sei, nachts auf den Straßen hüten, Straßenbahnen meiden, am besten nicht mehr ausgehen. Das ist natürlich übertrieben. Aber blanker Unsinn ist das auch nicht. Leider. Wir hätten doch so gern ein gutes Bild von uns. Ist denn nicht richtig, dass die Mehrheit der Deutschen gar nicht so ist, nicht fremdenfeindlich, illiberal, intolerant, aggressiv? Aber richtig ist eben auch, dass in Brandenburg, zum Beispiel, der sozialdemokratische Ministerpräsident sagt, er habe zu lange weggeschaut. Alle schauen jetzt genauer hin, also, logisch, auch das Ausland. Mag die Mehrheit bei uns auch anders sein - eine kleine Minderheit verzerrt das Bild. Das hat große Auswirkungen auf unser Land als Standort für privates Leben, für die Wissenschaft, für die Wirtschaft. Gegenmaßnahmen? Schauen wir einfach als erstes den Tatsachen ins Gesicht.

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