Politik : Rechtsextremismus: Geschlagen, gewürgt, geschändet

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Täglich greifen Neonazis Ausländer und Linke an - Gräber und Synagogen werden beschmiert. Unvollständige Bilanz des ersten Halbjahres 2000.

Januar: Ein pakistanischer Asylbewerber wird in Rathenow verprügelt, eine Woche später ein Flüchtling aus Tschad. In Guben wird der Gedenkstein für den Algerier Farid Guendoul geschändet, der 1999 in den Tod gejagt wurde.

Februar: In Bernau schlagen drei Männer einen Deutschen zusammen, weil sie ihn für einen Ausländer halten. Zwei junge Männer greifen in Sperenberg zwei Türken an. Rechtsextremisten schmieren Hakenkreuze auf Grabsteine eines jüdischen Friedhofs in Göttingen. In Guben wird der Gedenkstein für Farid Guendoul erneut attackiert, Täter ist einer der Angeklagten aus dem "Hetzjagd-Prozess". Der jüdische Friedhof in Potsdam wird geschändet.

März: Auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee bewerfen Schüler einen Rabbiner mit Steinen. In Potsdam wird ein Türke verprügelt. Fünf Männer misshandeln in Cottbus einen Inder. Neonazis brennen in Eberswalde einen afrikanischen Klub nieder. In Guben wird der jüdische Friedhof geschändet. Skinheads schlagen in Magdeburg einen Afrikaner und Punks.

April: In Hennigsdorf schlagen zwei Männer einen Türken. Ein Asylbewerber aus Sierra Leone wird in Luckenwalde von zwei Männern attackiert. Zwei Neonazis werfen Brandflaschen auf die Erfurter Synagoge.

Mai: Ein Skinhead stößt in Eberswalde einen Punk vor ein Auto, das Opfer wird überrollt und stirbt. In Frankfurt (Oder) werden ein Tunesier geschlagen und ein indisches Ehepaar gejagt.

Juni: In Ballenstedt (bei Quedlinburg) schlagen rechte Jugendliche ausländische Händler. In Greifswald wird ein Sudanese verprügelt, in Rostock ein Mann aus Togo. Der Mozambikaner Alberto Adriano wird in Dessau von drei Rechtsextremisten zu Tode geprügelt. Ein Rechtsextremist erschießt in Dortmund und Recklinghausen drei Polizisten. Ein Inder wird in Leipzig zusammengeschlagen. In Borna (nahe Leipzig) schlägt ein Mann auf einen behinderten Afghanen ein.

Juli: Rechtsextremisten quälen in Friedland (Mecklenburg) einen Iraker. In Potsdam attackieren Neonazis einen Nigerianer. In Frankfurt (Oder) wird eine Kenianerin gewürgt und eine Nigerianerin gejagt. Ein Pole wird in Königs Wusterhausen geschlagen. In Wismar prügeln Neonazis einen Obdachlosen zu Tode.

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