Rechtsextremismus : Heß-Kundgebung in Wunsiedel verboten

Eine Schlappe für die Rechtsextremisten: Auch in der letzten Instanz scheiterten Neonazis mit ihrem Versuch, in Wunsiedel eine Gedenkveranstaltung für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß abzuhalten.

Wunsiedel Hess-Kundgebung
2001 gelang es Neonazis, zum Gedenken an den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess durch Wunsiedel zu marschieren. -Foto: ddp

MünchenDer Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das Verbot einer am 18. August geplanten Gedenkveranstaltung von Neonazis zu Ehren des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß bestätigt. In einem Eilverfahren wies das Gericht laut einem in München veröffentlichten Beschluss eine Beschwerde des Veranstalters gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Bayreuth zurück. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichtshofs sollte auf der Veranstaltung in Wunsiedel die NS-Herrschaft gebilligt oder sogar verherrlicht werden. Schon in den vergangenen zwei Jahren waren die Aufmärsche in der Gemeinde, in der Heß beerdigt ist, vor Gericht verhindert worden.

Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) begrüßte das Verbot. "Ich hoffe, dass diese Aufmärsche in Wunsiedel auf Dauer verhindert werden", erklärte Beckstein. Heß war 1946 bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Von 1966 an war er der einzige Insasse des Kriegsverbrechergefängnis in Berlin-Spandau. Am 17. August 1987 nahm er sich im Alter von 93 Jahren das Leben und gilt seitdem in der rechten Szene als Märtyrer. (mit AFP)

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