Rechtsextremismus : Hoher DVU- und NPD-Funktionär Ingmar Knop erklärt Ausstieg

Ingmar Knop, hoher Funktionär von DVU und NPD und Rechtsanwalt von Rechtsextremisten, steigt aus der rechten Szene aus. Er habe sich lange belogen, sagte er.

Ingmar Knop (links) 2010 bei Beratungen zu einem Zusammenschluss von DVU und NPD. Foto: dpa
Ingmar Knop (links) 2010 bei Beratungen zu einem Zusammenschluss von DVU und NPD. Knop erklärte jetzt in der "Zeit" seinen...Foto: dpa

Der ehemalige DVU-Vize Ingmar Knop steigt aus der rechtsextremen Szene aus. Das berichtet die Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrer aktuellen Ausgabe. „Ich habe mich lange belogen“, erklärte Knop. Ausführlich spricht der 39-jährige Rechtsanwalt aus Dessau über seine einstige Motivation für den Einstieg in den Rechtsextremismus und seine Erfahrungen in der Szene.

 Knop war DVU-Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt und 2006 Spitzenkandidat bei der  dortigen Landtagswahl. Nach dem Rückzug des Parteigründers Gerhard Frey war er 2009/2010 stellvertretender Vorsitzender der DVU und mitverantwortlich für deren Fusion mit der NPD. Zeitweise saß er dort im Bundesvorstand, daneben ist er Autor für zahlreiche rechtsextreme Blätter und seit Jahren einer der bekanntesten Szeneanwälte. Er vertrat sowohl rechtsextreme Gewalttäter als auch DVU und NPD.

 Ausschlaggebend für seinen Eintritt in die Szene 2004 sei der Glaube gewesen, dort werde die „deutsche Kultur“ hochgehalten und verteidigt. Im Laufe der Jahre aber sei ihm immer klarer geworden, „fast keiner dort hat eine Ahnung, was das eigentlich ist“. Sein Fazit nach einem Jahrzehnt: „Die Kulturdichte ist nirgends geringer als bei DVU oder NPD.“ (Tsp)

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