• Rechtsextremismus: "Internationalen Jugendaustausch fördern" - Manfred Stolpe (SPD), Brandenburg

Politik : Rechtsextremismus: "Internationalen Jugendaustausch fördern" - Manfred Stolpe (SPD), Brandenburg

Was müssen die Bürger leisten[um der re]

Appelle an den Gemeinsinn von Bürgerinnen und Bürgern im Kampf gegen rechte Gewalt müssen klar zeigen, was konkret zu tun ist. Engagement bedeutet, vom Reden zum Handeln zu kommen. Anhand einiger Erfahrungen aus Brandenburg will ich zeigen, was wir brauchen.

Es fehlt an internationalen Begegnungen und den direkten Kontakten mit Menschen anderer Herkunft. Der Anteil von Ausländern an der Bevölkerung Brandenburgs ist mit 2,4 Prozent gering. Die Sozialforschung zeigt derweil einen sehr deutlichen Zusammenhang zwischen mangelnden persönlichen Erfahrungen mit Ausländern und der Bereitschaft, ausländerfeindlichen Parolen zu folgen. Besonders bei Jugendlichen können und müssen wir diesen Teufelskreis durchbrechen. Wir brauchen das Engagement von Bürgern, auch das finanzielle, für den internationalen Jugendaustausch, wir brauchen brandenburgische Gastfamilien für Schüler aus anderen Ländern, wir brauchen lokale Begegnungen zwischen deutschen Jugendlichen und den Kindern von Zuwanderern und Asylbewerbern.

In diesem Zusammenhang haben auch die demokratischen Parteien eine Integrationsaufgabe. Sie können Ausländer in die politische Meinungsbildung einbeziehen. Dieses politische Miteinander kann den von Fremdenfeindlichkeit Betroffenen helfen, selbst für ihre Sache einzutreten.

An zu vielen öffentlichen Orten fehlt bei uns in Deutschland noch der deutliche Widerspruch der Mehrheit der Bevölkerung, wenn Ausländer abschätzig behandelt werden. In Gastwirtschaften, in Geschäften oder im Nahverkehr müssen wir Menschen anderer Herkunft offener und hilfsbereiter begegnen.

Auch in den Familien und in der Schule brauchen wir mehr offene Auseinandersetzung und weniger Konfliktscheu in Sachen Demokratie und Mitmenschlichkeit. Eltern und Lehrer sind wichtige Vorbilder. Ein beherzt gesprochenes Wort kann viel bewirken, ein gutes Argument weckt Interesse. Für dieses Engagement braucht es keine Heldentaten, sondern Alltagsmut. Gegen körperliche Gewalt einzuschreiten und Straftaten zu verhindern, bleibt Aufgabe des Staates.

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