Politik : Rechtsextremismus: Keine Flucht vor der Geschichte

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Nach allem, was war ... Nach all der Kritik und den Appellen und beschwörenden Worten der letzten Wochen von hohen und höchsten Würdenträgern unserer Republik nun dieser Brandanschlag auf die Synagoge in Düsseldorf. Ausgerechnet in der Nacht zum Tag der Einheit. Bestürzung, Trauer, Wut, dazu wieder der Versuch, für die Zukunft vorzubeugen. Ob junge oder ältere Täter, einerlei, die demokratische Gesellschaft muss energischer werden in der Auseinandersetzung mit Gewalt von Rechts. Das gilt sowohl rechtlich als auch in der Vermittlung von Werten. Also: Mut zur Erziehung! Und Mut, keinen Irrglauben zuzulassen: dass man der Geschichte ausweichen könnte. Warum der 3. Oktober als Tag der Einheit und nicht der 9. November, der doch die erste friedliche Bürgerrevolution in Deutschland am besten symbolisiert? Es sollte eben nicht der Tag sein, der an die Pogromnacht der Nazizeit erinnert - und dann geschah es in der Nacht vor unserem gesamtdeutschen Feiertag. Es wird natürlich beim 3. Oktober bleiben, eine Änderung ist ausgeschlossen. Aber der Brandanschlag lässt an diesem Tag die Verpflichtung noch einmal wachsen, den Antisemitismus abzuwehren. Und das richtet sich an uns alle, nach allem, was war.

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