Politik : Rechtsextremismus: Mehr rechte Gewalt in NRW

Die Zahl rechtsextremer Straftaten in Nordrhein-Westfalen ist in diesem Jahr gegenüber 1999 drastisch angestiegen. Von Januar bis Oktober gab es 1003 rechte Delikte und damit rund 58 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie Innenminister Fritz Behrens (SPD) am Montag bei der Vorstellung eines Zwischenberichts des Landesverfassungsschutzes in Düsseldorf mitteilte. Damit hätten sich rechtsextreme Straftaten seit 1990 verfünffacht. Auch die fremdenfeindlichen Gewalttaten hätten um rund 80 Prozent zugenommen. Besorgt sei Behrens darüber, dass immer mehr Jugendliche in den "Sog brauner Hetze" gerieten. Rassistische Skinhead-Musik und der von der NPD organisierte "Kampf um die Straße" seien wesentliche Faktoren beim Einstieg in die Szene.

Am vergangenen Freitagabend hat eine Gruppe von sechs Rechtsradikalen im Bahnhof der nordrhein-westfälischen Stadt Dinslaken einen 19-jährigen Schwarzafrikaner angegriffen und mit einer Pistole bedroht. Wie der Bundesgrenzschutz am Montag in Essen mitteilte, ließen die Angreifer erst von ihrem Opfer ab, als ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes eingriff. Gegen die sechs Rechtsradikalen, darunter ein 15-jähriges Mädchen, sei Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung erstattet worden. Der Staatsschutz Essen ermittelt.

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