Rechtsextremismus : NPD-Funktionär wegen Beleidigung Mannichls verurteilt

Ein bayerischer NPD-Funktionär wurde wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe verurteilt. Grund ist ein Beitrag im Internet, der möglicherweise zum Messerattentat auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl führte.

PassauWegen übler Nachrede wurde ein führender NPD-Funktionär aus Bayern zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Der Rechtsextreme behauptete in einem Internet-Beitrag, der Passauer Polizeichef Alois Mannichl habe nach einem Polizeieinsatz auf einer Grabplatte gefallener Soldaten gestanden und wäre auf einem Gedenkgesteck herumgetrampelt.

Diese Verunglimpfung gilt als ein möglicher Auslöser für den wenig später verübten Messeranschlag auf Mannichl, der bis heute nicht aufgeklärt ist. Von einem Unbekannten wurde Mannichl im Dezember vor seinem Wohnhaus niedergestochen. Da der Polizeichef mehrfach gegen rechte Aufmärsche vorgegangen war, wird ein Racheakt aus der rechtsextremen Szene nicht ausgeschlossen.

Mannichl hatte den Passauer Kreis- und niederbayerischen Bezirks-Vorsitzenden der NPD  angezeigt und im Prozess selbst ausgesagt. Die ursprüngliche Anklage lautete Volksverhetzung, in diesem Punkt wurde der Rechtsextreme jedoch freigesprochen. (mm/dpa)


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